«Quake Champions»: Der König des Raketenwerfers wird schon wieder Weltmeister
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«Quake Champions»Der König des Raketenwerfers wird schon wieder Weltmeister

Shane «rapha» Hendrixson gehört seit fast 20 Jahren zu den besten E-Sportlern im Arena-Shooter «Quake». Jetzt wurde er wieder Weltmeister und denkt mit 33 Jahren noch nicht an ein Karriereende.

von
Marc Gerber
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Shane «rapha» Hendrixson gewinnt schon wieder die Quake Pro League und dominiert die Szene. Seit fast 20 Jahren ist er bei den Besten dabei.

Shane «rapha» Hendrixson gewinnt schon wieder die Quake Pro League und dominiert die Szene. Seit fast 20 Jahren ist er bei den Besten dabei.

ESL
Die Pro League ist die wichtigste Liga in «Quake Champions». Dominiert wird sie von älteren Spielern, denn die neue Gamer-Generation spielt kein «Quake» mehr.

Die Pro League ist die wichtigste Liga in «Quake Champions». Dominiert wird sie von älteren Spielern, denn die neue Gamer-Generation spielt kein «Quake» mehr.

Id Software
Der US-Amerikaner ist 33 Jahre alt, was für E-Sport-Verhältnisse, wo es um jede Mikrosekunde geht, sehr alt ist. Trotzdem gewinnt er die Liga.

Der US-Amerikaner ist 33 Jahre alt, was für E-Sport-Verhältnisse, wo es um jede Mikrosekunde geht, sehr alt ist. Trotzdem gewinnt er die Liga.

ESL

Darum gehts

Shane «rapha» Hendrixson ist der Roger Federer der Arena-Shooter. Der 33-jährige US-Amerikaner gewinnt praktisch alle Turniere und ist der erfolgreichste «Quake Champions»-Spieler der Welt. Drei Jahre am Stück konnte er jetzt die Quake Pro League dominieren. Wurde mehrfach Weltmeister und denkt nach fast 20 Jahren als Pro-Gamer nicht ans Aufhören. Einer der Gründe: Nachwuchs gibt es in «Quake» leider viel zu wenig.

«Quake» ist der Urvater des Multiplayer-FPS. In kleinen Maps kämpfen Spieler und Spielerinnen gegeneinander. Ob Deathmatch, Capture the Flag oder im «Eins gegen Eins»-Modus ist das Ziel das gleiche: Man muss den Gegner besiegen. Dabei stehen einem ein paar Waffen zur Auswahl, die man auf der Spielekarte findet. Das Spielprinzip ist einfach und seit 1996, als die erste Version des Spiels erschienen ist, immer noch das gleiche. Um die Spielemechaniken zu meistern, braucht es aber Tausende Stunden und das Spiel ist definitiv nicht so einsteigerfreundlich.

«Quake Champions» ist einer der schnellsten FPS. Das Genre des Arena-Shooters erlebte vor 20 Jahren seinen Höhepunkt. 2017 kam der letzte Ableger der legendären Shooter-Serie «Quake».

«Quake Champions» ist einer der schnellsten FPS. Das Genre des Arena-Shooters erlebte vor 20 Jahren seinen Höhepunkt. 2017 kam der letzte Ableger der legendären Shooter-Serie «Quake».

Id Software

Schon nur um sich die gesamten Details aller Maps, wo das Kampfgeschehen stattfindet, einzuprägen, braucht es unzählige Stunden. Gegenstände erscheinen in bestimmten Zeitfenstern, daher muss der Spieler das Spiel in- und auswendig kennen. Profis müssen mit jeder Waffe gekonnt schiessen können und Techniken wie den «Strafe-Jump» beherrschen, sonst haben sie keine Chance. Das alles klingt kompliziert und spielt sich auch so.

Was 1996 von einer ganzen Gamer-Generation abgefeiert wurde, ist heute nicht mehr zeitgemäss. Die neuste Version «Quake Champions» von 2017 kommt bei der neuen Gamer-Generation nicht mehr an. Mit «Fortnite», «Valorant» oder «Call of Duty» gibt es Spiele, die dich in wenigen Minuten auf einen Server schicken und dir Gegner präsentieren, die auf deinem Skill-Level sind. In «Quake» wirst du als Anfänger von den Mitspielerinnen und -spielern gnadenlos dominiert. Nicht sehr motivierend.

«Quake Champions» nur noch für Senioren?

Die Spieler in der Pro-Szene in «Quake» brauchen zwar noch keinen Rollator, die meisten Spieler an der Pro League sind aber über 30 Jahre alt. Das ist im E-Sport eine Seltenheit, da die Reflexe im Alter abnehmen. Shane «rapha» Hendrixson ist mit 33 Jahren im Herbst seiner Karriere, doch solange es keinen Nachwuchs gibt, der ihn schlagen kann, macht er weiter. Einer seiner grössten Konkurrenten ist Alexei «cypher» Yanushevsky. Der Weissrusse ist 31 Jahre alt und wollte seine Karriere eigentlich beenden. Er hat sich im letzten Moment aber umentschieden und es bis ins Finale der Pro League geschafft.

«Quake» wird niemals sterben, es gibt zu viele Spieler und Spielerinnen, die immer noch ihre Lieblingsversion spielen. So hat sogar das Originalspiel von 1996 in diesem Moment mehrere Hundert Spieler, die sich auf den Servern duellieren. «Quake 3 Arena» hat in diesem Moment sogar über 1000 Spielerinnen und Spieler. Doch alle Spiele des Arena-Shooters kombiniert können mit anderen grossen E-Sport-Games zahlentechnisch nicht mehr mithalten und verschwinden langsam aus der E-Sport-Szene.

Zwar bastelt der Entwickler ID-Software an einem neuen Titel, daher gibt es Hoffnung für Fans. Vielleicht gibt es ja wieder ein neues «Quake», das den Arena-Shooter wieder beliebter macht und Shane «rapha» Hendrixson mehr junge Konkurrenz beschert.

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