Aktualisiert 21.05.2020 18:02

Monarch Maha Vajiralongkorn

Der König von Thailand und seine Corona-Trutzburg in den Alpen

Für den Thai-König hat Deutschland eine Extrawurst gebraten: Rama X. weilte trotz Coronakrise und Lockdowns in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen. Die Folge: Lokalpolitiker erhalten Hassmails, sie sollen «an Corona verrecken».

von
Ann Guenter
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Das Traditionshotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen. Der thailändische König weilte hier  Anfang Mai, wie jetzt bestätigt wurde.

Das Traditionshotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen. Der thailändische König weilte hier Anfang Mai, wie jetzt bestätigt wurde.

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Wie viel Zeit der 67-jährige Monarch, Rama X. genannt, im über 100 Jahre alten Traditionshotel verbracht hat, ist unklar.

Wie viel Zeit der 67-jährige Monarch, Rama X. genannt, im über 100 Jahre alten Traditionshotel verbracht hat, ist unklar.

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Der königliche Aufenthalt in der Corona-Zeit aber sorgt für Ärger bei Politikern und Bürgern. «Diese Privilegien für einen Monarchen, die Ottonormalbürgern vorenthalten werden, verlangen nach einer Erklärung.», so zwei Grünen-Politikerinnen. Eine Antwort der bayerischen Landesregierung steht noch aus.

Der königliche Aufenthalt in der Corona-Zeit aber sorgt für Ärger bei Politikern und Bürgern. «Diese Privilegien für einen Monarchen, die Ottonormalbürgern vorenthalten werden, verlangen nach einer Erklärung.», so zwei Grünen-Politikerinnen. Eine Antwort der bayerischen Landesregierung steht noch aus.

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Darum gehts

  • Monarch Maha Vajiralongkorn weilte während des Corona-Lockdowns im Traditionshotel Sonnenbichel .
  • Dass für den Thai-Monarchen eine Ausnahme gemacht wurde, erzürnt manche Politiker und Bürger.
  • In gut einer Woche läuft die Corona-Verfügung für die Berherbergungsbetriebe in Bayern aus. Dann dürfen auch nicht royale Gäste wieder regulär in dem Hotel in Garmisch übernachten.

Das Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen wirkt wie eine Trutzburg in Zeiten von Corona. Seit mehr als zwei Monaten sind die Herbergen und Hotels in Bayern wegen der Pandemie zwar geschlossen. Aber im Grand Hotel Sonnenbichl herrscht trotzdem Betrieb: Der König von Thailand und seine Entourage sollen sich hier, am nördlichen Rand eines der bekanntesten Alpen-Skiorte, einquartiert haben. Und das, obwohl der Monarch Maha Vajiralongkorn auch eine prunkvolle Villa mit angeblich 1400 Quadratmetern Wohnfläche in Tutzing am Starnberger See besitzt – nur 60 Kilometer von Garmisch entfernt.

Wie viel Zeit der 67-jährige Monarch, auch Rama X. genannt, im über 100 Jahre alten Traditionshotel verbracht hat, ist unklar. Doch dass er auch während der Corona-Krise zeitweise dort war, bestätigt das Landratsamt inzwischen. «Nach unserem Kenntnisstand hat sich der König Anfang Mai im Hotel aufgehalten», teilte der Sprecher Stephan Scharf der Deutschen Presse-Agentur zuletzt auf Anfrage mit.

Als Monarch oder als Tourist im Hotel?

Inzwischen gibt es aber Zweifel daran, ob der Aufenthalt der königlichen Delegation aus Thailand tatsächlich den Vorschriften entspricht. Das bayerische Gesundheitsministerium hatte am 17. März den Hoteliers im Land «die Zurverfügungstellung jeglicher Unterkünfte zu privaten touristischen Zwecken» untersagt. In der entsprechenden «Allgemeinverfügung» heisst es aber auch: «Hiervon ausgenommen sind Hotels, Beherbergungsbetriebe und Unterkünfte jeglicher Art, die ausschliesslich Geschäftsreisende und Gäste für nicht private touristische Zwecke aufnehmen.»

Auf der Grundlage dieses Nachsatzes hat das Landratsamt dem Hotel eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Man gehe davon aus, «dass sich die Gästegruppe um das thailändische Königshaus und ggf. der König selbst nicht zu touristischen Zwecken im Grand Hotel Sonnenbichl aufhält», teilte die Behörde der dpa dazu schriftlich mit. Heisst das nun, der Monarch geht von Bayern aus seinen Staatsgeschäften nach? Oder ist er doch privat als Tourist in den Alpen unterwegs?

«Für thailändischen König wurde Extrawurst gebraten»

Das Auswärtige Amt in Berlin gibt darauf eine ziemlich klare Antwort: «Nach Angaben der thailändischen Regierung handelt es sich bei dem Aufenthalt seiner Majestät, Maha Vajiralongkorn Phra Vajiraklaochaoyuhua, des Staatsoberhaupts des Königreich Thailands, um einen Privataufenthalt», schreibt Staatssekretär Miguel Berger zu einer Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Margarete Bause.

Bause und Katharina Schulze, Grünen-Fraktionschefin im Landtag, verlangen nun von den bayerischen Behörden Aufklärung. Ferien und Tourismus seien deutschlandweit und monatelang wegen der Corona-Auflagen nicht möglich gewesen. «Für den thailändischen König wurde jedoch eine Extrawurst gebraten – und dies, obwohl er nach der klaren Aussage des Auswärtigen Amts doch privat in Deutschland weilt», so die Politikerinnen. «Diese Privilegien für einen Monarchen, die Ottonormalbürgern vorenthalten werden, verlangen nach einer Erklärung.»

«An Corona verrecken»

Eine Antwort der bayerischen Landesregierung zu dem Thema steht noch aus. Einen Rauswurf muss die königlichen Delegation im Sonnenbichl aber kaum befürchten. In gut einer Woche läuft die Corona-Verfügung für die Berherbergungsbetriebe in Bayern ohnehin aus. Dann dürfen auch Touristen wieder ganz regulär in den Hotels in Garmisch übernachten.

Der Aufenthalt des thailändischen Königs ist aber längst Gesprächs- und Wutthema. Landrat Anton Speer wird mit Hassmails und Drohbriefen eingedeckt, wie er deutschen Medien erzählt: «Da heisst es, ich sollte gesteinigt werden, an Corona verrecken». Er habe einige der Schreiber, die aus ganz Deutschland und auch den Niederlanden kommen, angerufen. «Die meisten waren klein mit Hut und haben sich entschuldigt.»

«Werde keinen Diplomaten 14 Tage in Quarantäne stecken»

Der Aufenthalt des Monarchen in den bayrischen Alpen dürfte eine rechte Herausforderung für die Lokalbehörden und das Grand Hotel Sonnenbichl gewesen sein. Offenbar musste man Rama X. und seine Entourage an Einhaltung der Corona-Vorschriften erinnern. So habe der König mit 30 Personen eine Velotour unternehmen wollen, und Landrat Speer fuhr deswegen extra zum Hotel, um nach dem Rechten zu sehen. «Wir haben nochmals darauf hingewiesen, dass der König die Vorgaben einhalten muss», so Speer.

Es hilft natürlich wenig, dass Rama X. Diplomatenstatus geniesst. «lch werde keinen Diplomaten 14 Tage in Quarantäne stecken», so der Landrat. «Da gelten schlichtweg andere Regeln.»

Playboy und Womanizer

Auch in Thailand kam nicht gut an, dass sich der König während der Krise im Ausland aufhält: «Für was brauchen wir einen König?», ärgerten sich viele auf Twitter.

König Maha Vajiralongkorn war im Mai 2019 gekrönt worden. Drei Jahre zuvor war sein Vater Bhumibol Adulyadej verstorben, der im Volk enorm beliebt war. Sein Sohn gilt seit jeher als Playboy und Womanizer. Er hat drei Ehen hinter sich und ist Vater von insgesamt sieben Kindern.

Neben seiner vierten Gattin ernannte er im Juli 2019 seine Geliebte zu seiner Neben-Gemahlin. Thailändische Monarchen dürfen mehrere Frauen haben. Drei Monate später verstiess er sie wieder, wobei er ihr alleTitel und Ränge entzog. Als Grund gab er an, dass sie sich gegen Königin Suthida gestellt habe.

(SDA)
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55 Kommentare

Usagi

24.05.2020, 05:51

Michi, schön dass du die Schweiz mit diesem Diktator vergleichst, woher nimmst du dieses Wissen? Wenn du deiner Freundin/Frau einen Goldschmuck schenkst, wie willst du wissen wessen Gold das war, die Historiker haben sowieso alles auf ihre Art gesehen, wissen tun es nur die, die dabei waren, andere plappern nur

Bayern

23.05.2020, 17:18

Es weiß wie man es sich gut gehen lässt ! Wir sollten ihn als Wahlbeheimateten Bayern und Lebemann , unvoreingenommen wertschätzen.

Teutonische Tradition

23.05.2020, 14:13

Die Nachkommen und Gesinnungsgenossen Albert Speers lebten ihr Gedankengut in der SED in der Stasi und nach der Wende als Rot-Grün/CDU CSU Koalition aus.