Aktualisiert 20.06.2018 10:25

Videobeweis

Der Koloss von Stalingrad ist in Gefahr

Die gigantische Statue zu Ehren der Opfer aus dem Zweiten Weltkrieg in Wolgograd muss nach der WM dringend überholt werden.

von
Sebastian Rieder, Wolgograd

Das grösste Monument in Russland braucht selber Schutz: Der Beton der «Mutter Heimat» ist spröde und der Sockel sinkt ab. (Video: Sebastian Rieder)

Wolgograd ist vielleicht nicht gerade die schönste Metropole in Russland, aber vielleicht die spannendste. Das einstige Stalingrad ist aufgrund seiner geschichtsträchtigen Vergangenheit nicht nur während der WM ein attraktiver Anziehungspunkt.

Beeindruckend ist nebst der neuen Fussballarena an der Wolga auch die riesige Statue gleich nebenan. «Mutter Heimat» heisst das 85 Meter hohe Monument und symbolisiert den erfolgreichen Widerstand gegen die Nazis.

Herzklopfen auf dem Hügel

In der Schlacht um Stalingrad 1942/43 erlitt Hitler die entscheidende Niederlage, die das Ende des Zweiten Weltkriegs vorzeichnete. Dabei hatten die Russen bis zum letzten Gefecht über 20 Millionen Opfer zu beklagen, allein zwei Millionen in Stalingrad.

200 Stufen vom Stadion bis zur Statue müssen überwunden werden. Es ist ein Weg, der die 200 Tage der Schlacht zeigt und den Puls zusätzlich erhöht. «Mein Herz schlägt jedes Mal etwas schneller, wenn ich hier bin», sagt einer der Einheimischen auf dem Mamajew-Hügel.

Der leise Zerfall

1967 wurde der Koloss aus Beton errichtet, der Zement hat seine beste Zeit allerdings längst hinter sich. «Nach der WM wird sie restauriert», sagt der Einheimische. Seit einiger Zeit droht dem Denkmal der Zerfall; und weil das Grundwasser den Sockel angreift, senkt sich die Skulptur unaufhaltsam (siehe Video oben).

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