Aktualisiert 07.12.2010 21:54

Gebührenerhöhung

«Der Konsument profitiert letztlich»

Christian Stolz, Chef von Mastercard Schweiz, rechtfertigt die Pläne zur Erhöhung der Maestro-Gebühren.

von
Elisabeth Rizzi
Mastercard-Schweiz-Chef Christian Stolz.

Mastercard-Schweiz-Chef Christian Stolz.

Bezahlen mit der Maestro-Karte soll massiv teurer werden. Wieso?

Christian Stolz: Bislang wurden in der Schweiz einzelne Leistungen ohne entsprechende Entgelte angeboten. Wir wollen weiterhin innovative Zahlungstechnologien zugunsten von Konsumenten und Handel an­bieten.

Seit 2010 erheben Sie eine sogenannte Entwicklungsgebühr. Wozu?

Die Schweiz hinkt beim bargeldlosen Zahlen Skandinavien und anderen Ländern hinterher. Wir wollen das bargeldlose Bezahlen auch im Interesse von Konsumenten und Handel unterstützen. Darum werden die Einnahmen vollständig reinvestiert.

Handel und Konsumentenschutz sind verärgert über Ihre Pläne. Die Wettbewerbskommission prüft nun, ob die Einführung von Mehr­gebühren gerechtfertigt ist.

Sie verzichtet aber auf superprovisorische Massnahmen. Der Mechanismus ist überdies von der EU-Kommission für Europa akzeptiert. Und auch in der Schweiz gibt es solche Entgelte bei Kreditkarten. Doch wir denken an den Konsumenten. Er profitiert letztlich, wenn er die Karte überall einsetzen kann.

Das kann er doch jetzt schon.

Nein, in der Schweiz ist es etwa unmöglich, mit der Maestro-Karte online zu bezahlen.

Und dieses Problem rechtfertigt eine Verdoppelung der Trans­aktionsgebühren?

Die Transaktionsgebühren werden nicht von Mastercard festgelegt. Von einer Verdoppelung kann überdies nicht gesprochen werden.

Ihre Innovationen stossen nicht nur auf Gegenliebe. Migros und Coop torpedieren etwa Ihr System zur kontakt­losen Bezahlung. Sie argumentieren, so etwas sei für sie unnötig und mit Investitionen verbunden.

Auch in der Schweiz profitieren schon namhafte Handelsunternehmen von kontaktlosen Bezahlsystemen. Das System wird sich weiterverbreiten.

6,1 Prozent mehr Transaktionen

Mastercard ist mit Maes­tro in der Schweiz faktisch die Monopolistin im Debitkarten-Markt. 5,7 Millionen Karten sind im Umlauf (Postcard 2 Millionen). In den ersten neun Monaten 2010 nahmen die Transaktionen um 6,1 Prozent zu. Mastercard will neue Gebühren für Maestro-Karten einführen. Der Handel rechnet mit einer Verdoppelung der Transaktionsgebühren auf 120 Millionen Franken und warnt vor Preiser­höhungen für die Konsumenten.

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