05.01.2020 18:53

Eschlikon TG«Der Kopf war ziemlich sauber abgetrennt»

Ein Lamm ohne Kopf, das in einem Fluss im Kanton Thurgau liegt, wirft Fragen auf. Die Polizei klärt auf.

von
viv
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So fand eine Spaziergängerin am Sonntag ein totes Lämmchen. Der Kopf sei sauber abgetrennt worden. Die Frau glaubt daher nicht, dass das Lamm von einem Tier gerissen wurde.

So fand eine Spaziergängerin am Sonntag ein totes Lämmchen. Der Kopf sei sauber abgetrennt worden. Die Frau glaubt daher nicht, dass das Lamm von einem Tier gerissen wurde.

Leser-Reporter
Sie fand das Tier zwischen Eschlikon TG und Balterswil TG.

Sie fand das Tier zwischen Eschlikon TG und Balterswil TG.

Screenshot/Google Maps
In Salmsach TG verlor Schafhalter Richard Neururer immer wieder in der Karwoche ein Jungtier auf mysteriöse Art und Weise. 2016 fand er ebenfalls ein geköpftes Tier neben seinem Stall.

In Salmsach TG verlor Schafhalter Richard Neururer immer wieder in der Karwoche ein Jungtier auf mysteriöse Art und Weise. 2016 fand er ebenfalls ein geköpftes Tier neben seinem Stall.

Markus Schoch/Thurgauer Zeitung

Als eine 27-jährige Frau aus Wallenwil TG am Sonntagnachmitag zwischen Eschlikon TG und Balterswil TG spazieren ging, sah sie plötzlich ein totes Tier in einem kleinen Fluss liegen. «Erst dachte ich, dass es sich um eine Katze handelt», so die Leser-Reporterin. Doch dann habe sie sich dem leblosen Körper genähert und festgestellt, dass es ein Lamm ist.

Kein Bauer in der Nähe

«Der Kopf war ziemlich sauber abgetrennt und der Körper frei von Bissspuren», berichtet die 27-Jährige. Sie glaube daher nicht, dass es von einem anderen Tier gerissen wurde. Da es zudem keinen Bauer in der Nähe gebe, vermute sie, dass das Tier von einem Schafhirten stamme, der kürzlich mit seiner Herde an der Gegend vorbeizog.

Auch die Kantonspolizei Thurgau hat Kenntnis vom Vorfall. Dort sieht man die Sache jedoch anders. «Wir gehen davon aus, dass das Lamm von einem Tier gerissen wurde», sagt Sprecher Michael Roth auf Anfrage. Von welchem Tier sei unklar. Der Schafhirte sei verständigt worden. Weitere ähnliche Meldungen habe es in jüngster Zeit nicht gegeben.

Okkulte Rituale?

Eine Serie von toten Lämmern gab es in der Vergangenheit in Salmsach TG. Dort verlor Schafhalter Richard Neururer immer wieder in der Karwoche ein Jungtier auf mysteriöse Art und Weise. 2016 fand er ebenfalls ein geköpftes Lamm neben seinem Stall. Im Jahr darauf lag ein Lämmchen tot und mit abgetrenntem Schwanz im Stall. Neururer sagte damals, dass er nicht an den Riss eines anderen Tieres glaube: «Es sieht so aus, als wäre das Lämmlein ausgesogen worden.»

Sektenexperte Georg Otto Schmid vermutete ein religiöses Ritual dahinter. «Es gibt Menschen, die sich von ihren Sünden befreien wollen und deshalb zwanghaft ein Opfer bringen müssen.» Dabei würden Tage mit einer religiöser Bedeutung wie etwa Karfreitag bevorzugt. «Es gibt viele okkulte Rituale, für die das Blut eines Lammes gebraucht wird», sagte er damals auf Anfrage von 20 Minuten.

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