Match-Vorbereitungen: Der Krampf vor dem Kampf
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Match-VorbereitungenDer Krampf vor dem Kampf

Mit Uefa-Delegierten dinieren, Spieler-Tenüs kontrollieren oder das Fan-Aufkommen abschätzen: Wenn der FCB an internationale Auswärtsspiele fliegt, sind nicht nur die Spieler gefordert.

von
Eva Tedesco
Nach der Fliegerei warten auf die FCB-Delegation nicht nur sportliche Aufgaben. (Bild: zVg)

Nach der Fliegerei warten auf die FCB-Delegation nicht nur sportliche Aufgaben. (Bild: zVg)

Der Ablauf von internationalen Fussballspielen ist streng geregelt. Dies gilt nicht nur für Spieler, sondern auch für diverse andere Personen eines Vereins. «Den grössten Aufwand hat Barbara Bigler», sagt Sport-Koordinator Georg Heitz. Die FCB-Geschäftsführerin sorgt schon im Vorfeld dafür, dass alle Beteiligten auch wirklich dort ankommen, wo sie müssen. Der Spieltag, in diesem Fall der Dienstag, beginnt für Bigler, Heitz, den designierten Präsidenten Bernhard Heusler, Team-Manager Gusti Nussbaumer und Sicherheitschef Gerold Dünki am Morgen mit einem Uefa-Team-Meeting.

An dieser Sitzung wird die Spielbekleidung kontrolliert. Zu diesem Zweck müssen die FCB-Tenüs (Feldspieler und Goalie) vorgelegt werden. Zudem wird eine Person bestimmt, die für den korrekten Ablauf der Dopingkontrolle verantwortlich zeichnet und eine Kontaktperson auswählt, die im Fall eines Notfalles zuständig ist und erreichbar sein muss. Weiter ist Sicherheitschef Dünki verpflichtet, darüber Auskunft zu geben, wie viele FCB-Fans zum Spiel erwartet werden und wie diese anreisen. Anhand von seinen Angaben werden die Sicherheitsvorkehrungen eventuell noch einmal angepasst. In diesem Meeting wird auch die detaillierte Planung des Tages fixiert.

Official Lunch und Geschenke

Am Mittag steht für die Delegation der «Official Lunch» auf dem Programm. Der Heimklub ist verpflichtet, so verlangt es die Uefa, die Delegierten der Uefa und des Gegners am Spieltag zum Mittagessen einzuladen. Dabei werden kleine Geschenke als Zeichen der Freundschaft ausgetauscht. Am Nachmittag bietet sich für Heusler und Heitz die Gelegenheit, interne Dinge zu besprechen, die Zuhause liegen geblieben sind oder aktuell Dringlichkeit haben.

Zum Apéro trifft sich Heusler mit Top-Supportern zu einer Talk-Runde. Der Basler Wirtschaftsanwalt beantwortet Fragen, die den treuen Anhängern unter den Nägeln brennen. Er referiert über neue Projekte oder informiert über Aktuelles. Je nach Gelegenheit wird Heusler von einem gesperrten oder verletzten Spieler beim Treffen unterstützt. In Manchester war das zum Beispiel Routinier Benjamin Huggel. In Bukarest wird Sport-Koordinator Heitz an der Seite von Heusler auftreten.

Bankett wie bei den Bayern

Nach dem Vorbild des FC Bayern München hat der Schweizer FCB auf die aktuelle Champions-League-Saison hin das FCB-Bankett eingeführt. Selbstverständlich wie beim «grossen» FCB auch beim Schweizer FCB mit Reden des Präsidenten und des Trainers - allerdings hat es bisher keine Brandrede à la Hoeness gebraucht. Erstmals trafen sich die Spieler, die Geschäftsleitung und Top-Supporter zum mitternächtlichen Champions-League-Dinner nach dem sensationellen 3:3 in Manchester. Seither gehört das Bankett dazu und «kommt sehr gut an», wie Heitz weiss. Selbstredend bei Spitzenresultaten wie gegen ManU und zuletzt auch in Lissabon.

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