Basler Rheinhafen: Der Kran der Merlin ist geborgen
Aktualisiert

Basler RheinhafenDer Kran der Merlin ist geborgen

Endlich ist es soweit - das seit zwei Monaten am Regioport gesicherte Kranschiff wird geborgen. Am Mittwoch wurde bereits der Kran beseitigt.

von
Dominique Artacho

Um 14 Uhr begannen die Bergungsarbeiten des am 4. August gekenterten Kranschiffs Merlin. In einem ersten Schritt wurde bereits der Schiffsbagger - also der Ausleger, die Greifschaufel sowie die Stahldrähte des Auslegers - des unter dem kieloben liegenden Schiffs entfernt.

Wie Simon Oberbeck, Pressesprecher der Schweizerischen Rheinhäfen, vor Beginn der Aktion mitteilte, seien für Donnerstag die Taucharbeiten und die Befestigungen der Stahldrähte am Schiff geplant, mit deren Hilfe der Rumpf später gehoben und gedreht werden soll. Am Freitag dann soll die Merlin zum ersten Mal versuchsweise angehoben werden.

Das geschätzte 200-Tonnen schwere Schiff soll mit Hilfe eines 100-Tonnen-Raupenkrans, der auf einer schwimmenden Arbeitsplattform oberhalb der Merlin installiert wurde, gewendet werden. Danach wird das Wasser aus dem Rumpf gepumpt und das Schiff abgeschleppt.

Eine grosse Herausforderung

An der Bergung des 52 Meter langen Schiffs waren am Mittwoch zehn Fachleute der Schweizer Wassserbau AG beteiligt.

Da die momentanen Wetterbedingungen gut sind und die Strömung langsam verläuft, rechnet Oberbeck mit rund zehn Tagen für die gesamte Bergung des Kranschiffs. Die anfallenden Kosten können nicht vorausgesagt werden.

Laut Einsatzleiter Enrico Haltiner verlaufen die Bergungsarbeiten bisher wie geplant. Er ist zuversichtlich und sieht keine Risiken. «Wir sind ein gut eingespieltes Team, nichts läuft ohne Absprache.» Auch für die Umwelt sieht er keine Gefahren: «Bereits in den Vorarbeiten wurden die Ventile der beiden Tanks wie auch die Lüftungsöffnungen verschlossen, so dass kein Diesel auslaufen kann.»

Trotzdem ist die Bergung eine grosse Herausforderung. Die Schwierigkeit sieht Haltiner vor allem in den am Freitag stattfindenden Taucharbeiten, bei denen die Drähte angebracht werden. Er betont jedoch: «Angst habe ich keine, aber Respekt.»

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