Aktualisiert 11.11.2004 10:46

«Life Is a Miracle»Der Krieg und die Menschen

Emir Kusturica erzählt in «Life Is a Miracle» eine Kriegsgeschichte voller Gefühl und Skurrilitäten.

Exzentrische Frauen, ein fussballbegeisterter Junge, ein schräges Orchester, ein störrischer Esel, dekadente Politiker und ein Bahn-Ingenieur, der den Krieg nicht wahrhaben will: Der neue Film von Emir Kusturica («Chat noir, chat blanc») schöpft aus dem Vollen und wird niemanden unberührt lassen.

Bosnien, 1992: Luka arbeitet an einer neuen Bahnlinie mitten durch die Provinz. Er hat sich mit Frau und Sohn dem Landleben verschrieben. Der Traum des Sohnes ist es, bei Partisan Belgrad zu spielen. Just als er einen Vertrag mit dem Fussballclub in Aussicht hat, wird er vom Militär eingezogen. Vater Luka nimmts locker: Er glaubt nicht an einen Krieg, obwohl es rundherum raucht und knallt.

Die Mutter hält den Gedanken an Krieg nicht aus und brennt mit einem Musiker durch. Luka – verbissen in seine Eisenbahnpläne – harrt in seinem Haus aus. Als sein Sohn in Gefangenschaft gerät, nimmt er eine hübsche Muslimin als Geisel, um sie gegen seinen Sohn auszutauschen – und verliebt sich prompt in sie.

«Life Is a Miracle» ist ein Feuerwerk an Kreativität. So schräg, so schlimm, so romantisch, so destruktiv, so unheimlich und versöhnlich kann ein Kriegsfilm sein. Emir Kusturica selber bezeichnet seinen Film bescheiden als «traurig-optimistisch».

Benjamin Bögli

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