Video-Beweis: Der Kuss von Vancouver – was wirklich geschah
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Video-BeweisDer Kuss von Vancouver – was wirklich geschah

Das Foto eines sich küssenden Paars während der Stanley-Cup-Krawalle in Vancouver ging um die Welt. Jetzt ist ein Video aufgetaucht. Es zeigt, wie es dazu kam.

von
pbl

Der Fotograf Richard Lam machte in der Nacht zum 16. Juni im kanadischen Vancouver ein Bild, das weltweit für Furore sorgte. Ein Paar liegt scheinbar seelenruhig auf der Strasse und küsst sich, während rund herum Hooligans wüten und die Stadt nach der Niederlage der Vancouver Canucks gegen die Boston Bruins im Stanley-Cup-Final ins Chaos stürzen.

Die Identität der beiden wurde bald gelüftet. Es handelte sich um Scott Jones, einen in Vancouver lebenden 29-jährigen Australier, und seine kanadische Freundin Alex Thomas. Mit Romantik hatte der Kuss nichts zu tun: Das Paar war nach eigener Aussage von der Bereitschaftspolizei über den Haufen gerannt worden, und Scott versuchte, seine Freundin zu trösten.

Mit Schilden geschlagen

Diese Version wird nun durch ein Amateurvideo aus anonymer Quelle bestätigt, das auf YouTube hochgeladen wurde. Darauf sieht man, wie Jones und Thomas tatsächlich von den Plexiglasschilden heranstürmender Polizisten getroffen werden und zu Boden sinken. «Danach haben sie uns mit ihren Schilden geschlagen, als wollten sie uns aus dem Weg räumen», sagte Scott Jones dem kanadischen Fernsehsender CBC.

«Wir waren überhaupt nicht aggressiv», so Jones weiter. Schliesslich hätten sich die Polizisten entfernt, das Paar blieb auf der Strasse liegen. Alex Thomas sei «etwas hysterisch» gewesen, er habe versucht, sie zu beruhigen, sagte Scott Jones. Dies ist auch im YouTube-Video zu erkennen. In diesem Moment muss Richard Lam abgedrückt haben.

PR-Firma soll Geschichte vermarkten

Das junge Paar macht der Polizei keinen Vorwurf. Mit öffentlichen Auftritten hält es sich zurück – zumindest noch. Es hat laut dem «Toronto Star» die australische PR-Firma Markson Sparks angeheuert, seine Geschichte zu vermarkten. Firmensprecher Mark Markson rechnet mit lukrativen Verträgen. Das Kuss-Foto sei zudem «eine grossartige Möglichkeit» für Scott Jones, um seine erhoffte Karriere als Schauspieler und Komiker zu starten. Bislang musste sich der Australier als Barmann durchschlagen.

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