Wohnzimmer unter Wasser - «Der Lärm der vielen Entfeuchter nervt mich schon jetzt»
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Wohnzimmer unter Wasser«Der Lärm der vielen Entfeuchter nervt mich schon jetzt»

In der Region Brugg ist es zu ersten Überschwemmungen gekommen. Getroffen hat es auch das Zuhause eines 29-Jährigen.

von
Lynn Sachs
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Ein Haus in Brugg AG ist am Dienstagnachmittag überschwemmt.

Ein Haus in Brugg AG ist am Dienstagnachmittag überschwemmt.

20min/Marco Zangger
Der 29-jährige J. S. hatte am Dienstag rund zwölf Zentimeter Wasser im Wohnzimmer.

Der 29-jährige J. S. hatte am Dienstag rund zwölf Zentimeter Wasser im Wohnzimmer.

20min/Marco Zangger
Seit 9 Uhr pumpte er am Mittwoch Wasser aus seinem Zuhause.

Seit 9 Uhr pumpte er am Mittwoch Wasser aus seinem Zuhause.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Das Unwetter in der Schweiz hat an mehreren Orten zu Überschwemmungen geführt.

  • Auch das Zuhause des 29-jährigen J. S. in Brugg AG stand am Dienstag unter Wasser.

  • In seiner Küche und seinem Wohnzimmer hat das Wasser erhebliche Schäden angerichtet.

Der anhaltende Regen hat Teile des Aargaus stark getroffen. In der Region Brugg, wo die drei Flüsse Aare, Reuss und Limmat zusammenfliessen, sind Brücken und Strassen wegen des Hochwassers gesperrt. Die Felder in Vogelsang sind überflutet. Die gepflanzten Kopfsalate liegen auf der überschwemmten Strasse verteilt, die Weizenfelder stehen unter Wasser. Wo die Aare und die Reuss zusammenfliessen, reisst der Fluss Äste und Bäume mit. An gewissen Stellen trat er über die Ufer.

Betroffen davon ist der 29-jährige J. S.* aus Brugg. Am Dienstag wurde das gesamte Grundstück um sein Zuhause und so auch das Erdgeschoss von sein Haus unter Wasser gesetzt. «Als ich am späten Nachmittag die Haustüre öffnete, floss das Wasser direkt ins Haus rein, auch bei den Fenstern drückte es ins Wohnzimmer», erzählt er. Bis am Abend habe er rund zwölf Zentimeter Wasser in seiner Küche und im Wohnzimmer gehabt.

Im oberen Stock schlafen

Auch am Mittwoch war das Gebäude an der Aare nur in Gummistiefeln erreichbar. S. hat sich bei der Arbeit abgemeldet und war damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen. Die Schäden sind erheblich. «Zum Glück habe ich einen oberen Stock. So kann ich trotz des Hochwassers im Trockenen schlafen.» Da S. nun keinen Strom im Erdgeschoss hat, muss er die Küche seines Nachbarn benutzen. «Wir helfen uns gegenseitig aus, wo wir können.»

So prekär sei die Situation zum letzten Mal vor über zehn Jahren gewesen. Dass so viel Wasser kommt, habe er nicht geglaubt. Dennoch hatte er vorgesorgt: «Zusammen mit meinem Nachbar versuchte ich jegliche elektrische Geräte wie etwa den Kühlschrank hochzustellen – für den Fall, dass Wasser ins Haus eindringen sollte.»

Da die Wetterprognosen für die nächsten Tage weiterhin Regen vorhersagen, möchte S. erstmal abwarten. Mehr Mühe bereiten ihm die Folgen der Überschwemmung. «Es wird wohl eine Weile dauern, bis alles wieder getrocknet ist. Der Lärm der vielen Entfeuchter, die ich über die kommenden Wochen aufstellen muss, nervt mich schon jetzt», scherzt er.

*Name der Redaktion bekannt

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