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Gareth BaleDer lange Weg aus Ronaldos Schatten

Zinedine Zidane brauchte nur ein Wort, um die Leistung von Gareth Bale gegen Rayo Vallecano zu beschreiben: «phänomenal».

von
sco

Der Ritterschlag des Neo-Trainers war berechtigt. In Absenz des angeschlagenen Cristiano Ronaldo drehte Real Madrid ein 0:2 im Madrider Vorort Vallecas in ein 3:2 – dank zwei Toren von Gareth Bale. «Die Leute sprechen über seine Tore. Aber auch abgesehen davon war er phänomenal», lautete das Verdikt von Zidane. «Ein spektakulärer Spieler», sagte Stürmerkollege Lucas Vazquez.

Wieder einmal durften die Gazetten in Spanien aufgeregt von einer «Remontada» schreiben, einem Comeback mit der Aura einer Auferstehung. Der Ausdruck geht zurück auf das Jahr 1975, als Real Madrid im Meisterpokal ein 1:4 gegen Derby County mit einem 5:1-Sieg nach Verlängerung im Santiago Bernabeu drehte.

Mit Ronaldo nach Manchester

Ein 3:2 gegen den Tabellen-16. der Liga ist kein Material für Legenden, aber der knappe Sieg war aus zwei Gründen wichtig: Einerseits liegen die «Königlichen» drei Runden vor Schluss der Meisterschaft immer noch in Schlagdistanz mit dem FC Barcelona und Atletico Madrid. Andererseits reisten sie am Montag mit viel Selbstvertrauen (und Cristiano Ronaldo!) nach England, wo sie heute im Halbfinal-Hinspiel der Champions League auf Manchester City treffen (live ab 20.45 Uhr bei uns im Ticker).

Gareth Bale wird erstmals auf englischem Boden spielen, seit er 2013 von Tottenham Hotspur nach Madrid wechselte. «Ich habe gegen sie ein paar Mal getroffen», sagt der 26-jährige Waliser, auf die Citizens angesprochen, und verspricht: «Es wird ein gutes Spiel. Ich habe immer gerne in der Premier League gespielt. Ich schaue mir die Spiele immer noch am TV an und freue mich sehr auf die Rückkehr.»

Ein Tor alle 87 Minuten

In drei Jahren in Spanien hat sich Bale verändert: Schnell und trickreich ist er noch immer, aber er ist kräftiger geworden. Und ein zuverlässiger Torschütze: Zwar ist er ziemlich anfällig, wegen Muskelverletzungen verpasste er allein in dieser Saison 16 Meisterschaftsspiele. Aber seine Statistiken in der Liga sind sogar besser als jene von Ronaldo: Bale braucht im Schnitt 87 Minuten für ein Tor, CR7 trifft alle 99 Minuten.

Und so fragt man sich in Madrid: Kann Bale den portugiesischen Superstar dereinst ersetzen, sollte dieser tatsächlich gehen? Am Dienstagabend im Etihad-Stadion dürfte Trainer Zidane auf beide setzen können.

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