Start in die CL-Quali: Der lange Weg des FCB in die Königsklasse

Aktualisiert

Start in die CL-QualiDer lange Weg des FCB in die Königsklasse

Schon wieder steht für den FC Basel die Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase auf dem Programm. Die erste Hürde führt die Bebbi zum estnischen Meister Flora Tallinn.

von
Eva Tedesco
Tallinn

FCB-Trainer Heiko Vogel redet Klartext: «Mit unserer Qualität müssen wir eine Mannschaft wie Tallinn schlagen.» (Video: 20 Minuten Online)

Die Champions League ist für Fussballer und Vereine das Nonplusultra. Eine Sternenliga. Die Königsklasse. Vier Mal zählte der FC Basel bereits zu der erlauchten europäischen Fussball-Elite: 2002 (Zwischenrunde), 2008, 2010 (jeweils Gruppenphase) und schliesslich 2011 mit den sensationellen Erfolgen gegen Manchester United und Benfica Lissabon und dem Einzug in die Achtelfinals, wo Rotblau den Bayern im Hinspiel eine Schlappe zugefügt hat, im Rückspiel aber chancenlos unterging.

Nun nimmt der FCB den nächsten Anlauf, um seine fünfte Teilnahme realisieren zu können. Doch diesmal steht dem Schweizer Meister ein langer Weg bevor. Während der FC Basel für die letzte Kampagne direkt qualifiziert war, muss Rotblau in der aktuellen Qualifikation drei Runden überstehen, um im Kreis der Fussball-Elite mitzuspielen. Positiv ist sicher, dass der FCB dank seines sehr guten Rankings in der 5-Jahreswertung der Uefa in jeder Runde gesetzt ist. Das bedeutet, dass die Bebbi auch in der nächsten, der 3. Qualifikationsrunde, nicht auf einen Klub aus einer der Topligen treffen wird.

Streller will die letzte Saison toppen

Übersteht der FCB die 2. Qualifikationsrunde gegen Flora Tallinn – wovon man ausgehen darf – wären der kroatische Meister Dinamo Zagreb, Cluj aus Rumänien (ein dem FCB bereits bekannter Gegner), Kirjat Schmona aus Israel oder Partizan Belgrad aus Serbien die härtesten Brocken, die man bei der Auslosung am 20. Juli in Nyon erwischen könnte. Zukunftsmusik. Noch steht Rotblau die erste Hürde bevor. Keine unüberwindbare, aber das man auf dem europäischen Parkett auch leicht ausrutschen kann, ist Captain Marco Streller bewusst. Er verdängt den Gedanken aber gleich. Denn der FCB-Captain will die letzte Saison noch einmal toppen und da ist der FCB erst im Achtelfinal gescheitert – am späteren Finalteilnehmer FC Bayern München ...

Streller: «Ein Sportler will immer mehr weiterkommen und immer mehr erreichen – ich auch. Darum lege ich die Messlatte auch diesmal wieder hoch. Ich sage: Warum sollen wir nicht schaffen, was Apoel Nikosia letzte Saison gelungen ist? Wir sind guten Mutes und freuen uns riesig auf die internationalen Spiele. Aber klar, am Ende muss wirklich alles passen, damit wir wieder so etwas wie in der letzten Saison schaffen können.»

Basler Anspruch in der Champions League zu spielen

«Das Wetter ist alles andere als sommerlich und noch ein bisschen kühler wie in der Schweiz», sagte Heiko Vogel noch vor dem Abflug in Basel. Der FCB-Trainer sollte Recht behalten: Nach der Landung um 12.45 Uhr in der estnischen Hauptstadt erwartete die Bebbi ungemütliches, nasskaltes Wetter. Vogel: «Für uns eigentlich Topbedingungen. Ich finde es auf jeden Fall wesentlich angenehmer, als jetzt bei dreissig Grad in Baku spielen zu müssen.» Und über den Gegner Flora Tallinn sagte Vogel: «Ich weiss, dass die Mannschaft sehr jung ist und defensiv sehr gut organisiert. Von daher wird es wieder ein Geduldsspiel geben, aber ich erwarte von meiner Mannschaft und unserer Qualität auch, dass wir Tallinn schlagen.»

Den frühen Eintritt in die Qualifikation erachtet Vogel nicht als Nachteil. «Jedes Spiel, in dem wir uns noch besser abstimmen und die Automatismen einspielen können, ist Willkommen», so Vogel. Und zudem entfalle so eine lange Anlaufphase – sowohl auf internationaler, als auch auf nationaler Ebene. «Es tut uns gut, dass wir gleich von Anfang an Gas geben müssen». Und trotz langem Weg in die Gruppenphase und nur einem Ligaspiel in den Beinen müsse man diese erste Hürde deutlich nehmen. Seine Mannschaft müsse die Favoritenrolle ohne Wenn und Aber annehmen. Marco Streller formuliert es so: «Wer den Anspruch hat, in der Champions League zu spielen, muss gegen diesen Gegner bestehen.» Ohne dabei den Gegner nicht gebührend zu respektieren.

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