Olympia-Momente: Der langsamste Schwimmer aller Zeiten

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Olympia-MomenteDer langsamste Schwimmer aller Zeiten

Eric Moussambani, ein Schwimmer aus Äquatorialguinea, schrieb in Sydney 2000 eine ganz besondere Geschichte. Er konnte sich kaum über Wasser halten - trotzdem gewann er seinen Vorlauf.

von
F. Burkhard

Der Auftritt von Eric Moussambani an den Olympischen Spielen von Sydney im Jahr 2000. (Quelle: YouTube)

Diese Geschichte ist eine, wie sie nur der Sport an Olympischen Spielen schreiben kann. Sie erzählt von Eric Moussambani, einem Schwimmer aus Äquatorialguinea – und zwar keinem besonders guten. Denn drei Monate vor seinem Auftritt bei Olympia konnte der damals 22-Jährige noch nicht einmal schwimmen. Mit der Hilfe eines Touristen hat er dann das Training aufgenommen.

Nur dank einer Wildcard-Teilnahmeerlaubnis vertrat Moussambani dann sein Land an den Olympischen Sommerspielen in Sydney – und zwar in der Disziplin 100-m-Freistil. Keiner der Anwesenden - weder die Jury noch die Zuschauer - haben ihn zuvor schwimmen gesehen. Vor seinem Auftritt warnte er die Jury: Er fürchte, die Strecke nicht zu schaffen und er könne ertrinken. Zur Sicherheit wurden zwei Rettungsschwimmer bereitgehalten.

Die schlechteste Zeit, die je geschwommen wurde

Dann ging es los. Seine beiden Gegner im Vorlauf waren Profischwimmer. Als der Startschuss fiel, waren Moussambanis Gegner bereits im Wasser – Fehlstart von beiden. Moussambani bleibt verunsichert zurück. Das Verrückte an der Geschichte: Beide Konkurrenten wurden aufgrund des Frühstarts disqualifiziert – der spätere langsamste Olympiateilnehmer aller Zeiten durfte darauf alleine antreten.

Die 100 m waren für «The Eel», wie er auch genannt wurde, ein riesiger Kampf. Die Rettungsschwimmer mussten sich dauernd bereithalten. Doch Moussambani kämpfte sich durch, schaffte es ins Ziel und gewann logischerweise den Vorlauf. Und zwar mit der schlechtesten Zeit, die je ein Schwimmer bei Olympia in dieser Disziplin geschwommen ist: 1:52,72. Da sich nur 16 Schwimmer für das Halbfinale qualifizieren konnten, schied er als 71. und Letzter aus.

Inzwischen arbeitet Eric der Aal in seiner Heimat Äquatorialguinea in der Ölindustrie. An den Olympischen Spielen in London wird er als Coach des Schwimmteams erwartet.

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