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Star StyleDer letzte Engel

Alexandra Richards, 24, ist DJ, Model, Rockstar-Tochter – und die einzige Brave ihrer Familie.

«Nice to meet you»: Alex im Zürcher Club Indochine. (Peter Hauser )

«Nice to meet you»: Alex im Zürcher Club Indochine. (Peter Hauser )

Sie platzt in den Zürcher Club Indochine herein und knallt die Jacke hastig an die Garderobe. Dann lässt sie sich von Handykameras knipsen und begrüsst Leute, die ihr vorgestellt werden, mit einem herzlichen Händedruck: «Alex, nice to meet you.» Alexandra Richards trägt zerfetzte Skinny Jeans, Smoky Eyes und eine Rasta-Mütze, unter die sie ihr blondes Haar gestopft hat. «Ich komme direkt vom Skifahren in Aspen und hatte nichts Anständiges zum Anziehen dabei.» Die Tochter von Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards soll auflegen, für die Besucher der «Lux»-Party: «Einen Mix aus Eurodance, Disco, Hip-Hop und 80s-Hits.»

Friday: Alexandra, wie fühlt es sich an, Tochter eines Rock-Superstars zu sein?

Alexandra Richards: Wahrscheinlich nicht so aussergewöhnlich, wie viele sich das vorstellen. Meine Eltern haben versucht, mich so normal wie möglich aufwachsen zu lassen. Sie sind mit meiner Schwester und mir von New York nach Colorado gezogen, als wir ganz klein waren. Dort gingen wir in eine öffentliche Schule.

Normal aus Selbstschutz

Ihr Vater war über zehn Jahre lang heroinabhängig, ihre Mutter, Patti Hansen, eines der ersten Super­models. Den exzessiven Lifestyle der Eltern ordnet man Alexandra nicht zu. Sie strahlt in ihrer Art etwas erfrischend Durchschnitt­liches aus. Mit einer Punk-Attitüde à la Kelly Osbourne wäre sie unter den Kids im US-Gebirgsstaat Colorado auch bestimmt eine Aussenseiterin gewesen. Heute wohnt Alexandra zwar mitten in New York, doch wenn sie ihr Apartment im SoHo-Quartier verlässt, warten davor keine Paparazzi: «Ich suche sie nicht, sie suchen mich nicht.»

Du wirkst wie jemand, der einfach mit Menschen umgehen kann. Ist das immer so?

Ehrlich gesagt bin ich eigentlich eher schüchtern. Bei meinem ersten Modeljob im Ausland rief ich meine Mutter weinend aus Paris an, weil ich völlig überfordert war mit all den neuen Gesichtern. Ich war 16 und noch nie weg von daheim. Durch das viele Reisen bin ich aber aufgeschlossener geworden gegenüber Menschen, die ich nicht kenne.

Alexandra ist eigentlich Model, stand schon als Kind mit ihrer Mutter vor der Kamera. Mit 14 legte sie dann so richtig los, wurde bald von namhaften Fotografen – Mario Testino, Annie Leibovitz – für Magazine wie «Vogue» und «Harper's Bazaar» fotografiert. Vergangenes Jahr posierte sie nackt für den «Playboy», genau wie ihre Mutter in den 70er-Jahren. Und aktuell ist sie das Gesicht für die Kampagne des Schweizer Modelabels Tally Weijl. «Ich bin durch meine Mom ins Modelbusiness reingerutscht», sagt Alexandra und zieht kräftig am Röhrchen ihres Gin

Tonic. «Aber ich wollte nie in einer Band spielen wie mein Dad. Instru­mente liegen mir nicht besonders.»

Du hast dein Kunst­studium abgebrochen, als es mit dem Modeln gut lief. Und seit ein paar Jahren bist du als DJ

unterwegs. Was sagt dein Vater dazu?

Er ist stolz, dass ich etwas Eigenes mache, hat aber keine Ahnung vom Auflegen. Er fragt mich immer: ‹Warum spielst du die Musik anderer Leute?› Ganz selten zeige ich ihm neue Musik, habe aber immer Angst, dass er etwas heruntermacht, was mir gefällt. Mit seinem extremen Musik­wissen ist er ein Vorbild.

Böse Schwester

Bei den wilden Kindern der Rolling Stones, die ihre Väter früher auf Tour begleiteten, galten Alexandra und ihre ältere Schwester Theodora immer als Engel. Sie machten grosse Augen, wenn Elizabeth und James Jagger mal wieder ein Hotelzimmer verwüstet hatten.

Blöd nur, dass Theodora just ein paar Tage vor Alex' Zürcher DJ-Set im März in New York von der Polizei verhaftet wurde, weil sie an eine Wand gekritzelt hatte. Noch blöder, dass sie Mari­huana und illegal gekaufte Medikamente auf sich trug. «Dummes Mädchen», sagt Alexandra und rollt mit den Augen. Sie ist jetzt offiziell der letzte Engel in ihrer Familie.

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