17-Jährige nimmt sich das Leben: «Der Lockdown fühlte sich für sie an wie 300 Jahre»

Aktualisiert

17-Jährige nimmt sich das Leben«Der Lockdown fühlte sich für sie an wie 300 Jahre»

Die Eltern von Beth Palmer sind fassungslos: Ihre Tochter hat sich umgebracht. Offenbar hielt der Teenager den Lockdown nicht mehr aus.

von
gux
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Beth Palmer (17) hat sich vor drei Wochen das Leben genommen. Ihre Eltern warnen nun, dass auch andere junge Erwachsene  unter der aktuellen Krisenlage so sehr leiden, dass sie psychisch krank werden. 
Beth Palmer (17) hat sich vor drei Wochen das Leben genommen. Ihre Eltern warnen nun, dass auch andere junge Erwachsene  unter der aktuellen Krisenlage so sehr leiden, dass sie psychisch krank werden. 
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«Ich befürchte, Beth wird nicht die einzige sein. Ich denke, es gibt viele junge Erwachsene, die genau dasselbe fühlen wie Beth, die sehr verletzlich sind und möglicherweise grosse Angst in der Covid-19-Situation haben und davor, dass sich ihr Leben deswegen für immer verändert», so VAter Mike.

«Ich befürchte, Beth wird nicht die einzige sein. Ich denke, es gibt viele junge Erwachsene, die genau dasselbe fühlen wie Beth, die sehr verletzlich sind und möglicherweise grosse Angst in der Covid-19-Situation haben und davor, dass sich ihr Leben deswegen für immer verändert», so VAter Mike.

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Er wolle verhindern, dass andere Familien dieselbe Tragödie durchleben müssten. Deswegen hat er im Namen seiner verstorbenen Tochter eine Kampagne lanciert und eine Spendenseite eingerichtet, um an Kunstschulen und Universitäten psychologische Hilfe anzubieten.

Er wolle verhindern, dass andere Familien dieselbe Tragödie durchleben müssten. Deswegen hat er im Namen seiner verstorbenen Tochter eine Kampagne lanciert und eine Spendenseite eingerichtet, um an Kunstschulen und Universitäten psychologische Hilfe anzubieten.

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Beth Palmer aus Sale in Greater Manchester war eine aufstrebende Sängerin. Vor drei Wochen wurde die 17-Jährige tot in der Wohnung ihrer Eltern aufgefunden. Der aufgelöste Vater vermutet, dass seine Tochter die wochenlange Isolierung nicht mehr länger ausgehalten und sich deswegen umgebracht hat.

«Es gab keine Anzeichen, dass sie unter der allgemeinen Lage litt oder deswegen psychische Probleme hatte. Sie sagte nur, dass sie ihre Freunde vermisst und ihr die Schule fehlt», so Mike Palmer gegenüber britischen Medien. «Aber ich habe jetzt keinen Zweifel, dass der Lockdown eine grosse Rolle bei Beths Tod spielte.» Die Eltern haben sich an die Öffentlichkeit gewandt, um andere Eltern zu warnen , auf die psychische Gesundheit ihrer Kinder in dieser Ausnahmesituation zu achten. «Meine Tochter konnte das College nicht beenden, sie konnte nicht rausgehen und ihre Freunde treffen. Ihr kam der Lockdown vor, als dauere er 300 Jahre. Es wurde zur regelrechten Obsession, dass das nie aufhören würde.»

Beths Eltern, Mike und Helen, befürchten, dass auch andere Teenager mit Isolation und Quarantäne nicht zurechtkommen. «Ich befürchte, Beth ist nicht die Einzige. Ich denke, es gibt viele junge Erwachsene, die genau dasselbe fühlen wie Beth, die sehr verletzlich sind und möglicherweise grosse Angst in der Covid-19-Situation haben und davor, dass sich ihr Leben deswegen für immer verändert.» Er wolle verhindern, dass andere Familien dieselbe Tragödie durchleben müssten. Deswegen hat er im Namen seiner verstorbenen Tochter eine Kampagne lanciert und eine Spendenseite eingerichtet, um an Kunstschulen und Universitäten psychologische Hilfe anzubieten. Bislang sind umgerechnet über 12’000 Franken zusammen gekommen. (gux)

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)


Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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