Aktualisiert 06.02.2019 09:14

SRF-«Club»

«Der Mann jagt die Frau» – «nein, er zeigt Gefühle»

Sechs Frauen diskutierten im SRF-«Club», was sie von einem Mann wollen. Die Vorstellungen gingen weit auseinander.

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Letzte Woche diskutierten sechs Männer im «Club» auf SRF über die «Männlichkeit in der Krise». Dass die Frauen nicht mitdiskutieren konnten, sorgte für Kritik; am Dienstag waren darum sechs Teilnehmerinnen geladen. Nachdem sich die Männer persönlich angegriffen hatten, blieben die Frauen sachlich, stritten aber ebenfalls heftig.

«Ich finde es schön, wenn ein Mann Gefühle zeigen kann», sagte etwa Komikerin und Moderatorin Stéphanie Berger. «Männer mit Geltungsdrang, die sich über Erfolg definieren, kommen mir arm vor, sie orientieren sich stark an der Aussenwelt und nicht nach innen.» Frauen würden sich viel stärker mit sich selbst auseinandersetzen.

«Mit Jammeris kann ich nichts anfangen»

Das passte Jetset-Lady Vera Dillier nicht: «Solche Jammeris vertrage ich gar nicht. Empathie ja, aber nach meiner Erfahrung sind die sentimentalen Männer, wenn es darauf ankommt, sehr kalt und die harten Machos einfühlsam und liebevoll. Der Mann ist für mich der Jäger, die Frau das Reh, das gejagt wird. Das ist ein gutes Spiel, wenn nun ein Einheitsbrei kommt – na ja.»

Auch der kontroverse Gilette-Spot, der die «toxische Männlichkeit» kritisiert, war ein Streitpunkt. Für Sex-Beraterin Caroline Fux war er «feierlich» und gegen Mobbing und Gewalt gerichtet. Berger fand den Spot «grossartig», er habe die Aussage: «sei kein Arschloch.»

«Die meisten Männer schlagen keine Frauen»

Kolumnistin Tamara Wernli sah den Spot negativer, Männlichkeit werde pauschal als negativ dargestellt. «Die meisten Männer schlagen aber keine Frauen und werden nicht übergriffig. Sie sind gefrustet, dass sie nun für die Untaten einiger Idioten verantwortlich gemacht werden.»

Für Theologin Ina Praetorius ist die Kritik an den Männern aber nachvollziehbar. «Wir hatten so lange eine patriarchale Gesellschaft, nun, da sich die Frauen endlich öffentlich äussern können, ist es klar, dass eine Wut herausbricht.»

Männer sollen Gentleman und Beschützer sein

«Und was wünschen Sie sich von einem Mann?», fragte Moderatorin Barbara Lüthi gegen Schluss. Berger wünscht sich einen Gentleman. «Das heisst: Er respektiert andere Menschen, hat Moral, steht zu seinen Fehlern und ist zielstrebig, das Ganze aber mit Understatement.»

Für Wernli ist es hingegen attraktiv, wenn der Mann einen Wasserhahn flicken, eine Glühbirne wechseln oder eine Spinne einfangen kann. «Auch die emanzipierte Frau will einen Beschützer.»

Einen solchen habe sie zu Hause, sagt Bäuerin Manuela Barmettler. Sie kümmere sich um die Kinder und den Haushalt, er um Tiere und Hof. «Wir ergänzen uns und haben ein gemeinsames Ziel, ich finde es super. Wir reden miteinander und ziehen am gleichen Strick.»

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