Severin Lüthi: Der Mann mit dem Schlüssel zum Erfolg
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Severin LüthiDer Mann mit dem Schlüssel zum Erfolg

Der Schweizer Triumph im Davis Cup hat drei Namen: Federer und Wawrinka sorgen für das Feuerwerk auf dem Platz, Captain Lüthi dafür, dass daneben Harmonie herrscht.

von
Alexandra Stäuble
Lille
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Montag, 24. November 2014Die Helden sind zurück. Michael Lammer, Marco Chiudinelli, Severin Lüthi, Roger Federer und Stan Wawrinka (v. l.) präsentieren den Davis-Cup-Pokal in Lausanne.

Montag, 24. November 2014Die Helden sind zurück. Michael Lammer, Marco Chiudinelli, Severin Lüthi, Roger Federer und Stan Wawrinka (v. l.) präsentieren den Davis-Cup-Pokal in Lausanne.

Christian Pfander/freshfocus
Gut aufgelegt: Federer und Wawrinka mit der «Salatschüssel».

Gut aufgelegt: Federer und Wawrinka mit der «Salatschüssel».

Christian Pfander/freshfocus
Auch die Fans kommen auf ihre Kosten, schliesslich gibts ein Selfie mit Federer nicht alle Tage.

Auch die Fans kommen auf ihre Kosten, schliesslich gibts ein Selfie mit Federer nicht alle Tage.

Keystone/Laurent Gillieron

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass eine Davis-Cup-Mannschaft eine eingeschworene Einheit ist. Die Schweizer zelebrierten den Teamgeist in Lille jedoch eindrücklich. Klar, Roger Federer und Stan Wawrinka spielten während drei Tagen vorwiegend Zaubertennis, den Schlüssel zum Triumph hielt aber der Chef höchstpersönlich in der Hand: Severin Lüthi.

Als Begleiter, Berater, Betreuer, Freund, Vertrauter und zuweilen auch als Babysitter steht er nicht nur Roger Federer, sondern auch all seinen anderen Schützlingen an über 200 Tagen pro Jahr zur Seite. Zu einem unfreiwilligen Einsatz kam es vor etwas mehr als einer Woche nach dem Schweizer Duell an den ATP World Tour Finals in London, wo er bei der Aussprache zwischen Federer und Wawrinka vermittelte. Mit Erfolg. Vom angeblichen Zwist der beiden Stars, die Lüthi als «grundverschieden» bezeichnet, war in Lille überhaupt nichts zu sehen.

Vom Sparringspartner zum Chef

Eigentlich hätte auch Lüthi Tennisprofi, die Weltnummer 1 werden wollen. Er galt als grosses Talent, wurde 17-jährig Schweizer Meister, beendete seine Karriere aber schon mit 20, weil er befürchtete, es reiche doch nicht bis nach ganz oben. Er machte eine kaufmännische Lehre, es folgten die Berufsmatur und ein Wirtschaftsstudium an der Fachhochschule. Nach nur wenigen Monaten merkte der Berner, dass seine Leidenschaft dem Tennis gilt.

Zum Davis-Cup-Captain wurde er 2005 eher zufällig. Vom Amt des Interclub-Captains und von Jobs für Swiss Tennis via Sparringspartner bei den Fedcup-Frauen landete er bei den Männern, wo er nach nur drei Jahren vom Assistenten zum Chef befördert wurde.

Seit den French Open 2007 reist der 38-Jährige zudem an der Seite von Federer um die Welt, nachdem dessen Zusammenarbeit mit dem Australier Tony Roche endete. Zwar ist der in Thun wohnhafte Lüthi meist in Federers Box anzutreffen, doch mittlerweile steht er auch Wawrinka beratend zur Seite. «Die Wenigsten wissen, wie wichtig er für meinen Erfolg ist», sagt Wawrinka. Seit dem Triumph in Lille sind es bestimmt ein paar mehr.

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