Aktualisiert 10.10.2005 17:31

«Batman Begins»Der Mann ohne Superkräfte: Batmans Pech ist unser Glück

Acht Jahre nach Joel Schumachers überproduziertem Actionzirkus «Batman Forever» ist der schwarze Mann mit der gequälten Seele wieder zurück.

Acht Jahre nach Joel Schumachers überproduziertem Actionzirkus «Batman Forever» ist der schwarze Mann mit der gequälten Seele wieder zurück – und liefert die Antwort auf die Frage: Wie verwandelt man sich eigentlich in eine Fledermaus?

Bruce Wayne, wie Batman mit bürgerlichem Name heisst, muss als Kind mitansehen, wie seine steinreichen Eltern von einem Räuber über den Haufen geschossen werden. Der sensible Junge erholt sich bis ins Mannesalter nicht von seinem Trauma und hat nur eines im Kopf: Rache.

Also reist er vom retro-futuristischen Gotham City ins tibetanische Hochland, wo er von der geheimnisvollen Schattenliga in fernöstlichen Kampftechniken ausgebildet wird. Wieder zu Hause, investiert er in eine High-Tech-Ausrüstung: Bat-Suit, Bat-Mobil, Bat-Rang.

Im Unterschied zu anderen Comic-Helden hat Batman nämlich keine Superkräfte. Doch sein Pech ist unser Glück. Batmans fehlende Superkräfte lassen seine Vendetta umso glaubwürdiger erscheinen und selbst die Actionszenen sind, naja, irgendwie realistisch. Jedenfalls weiss man als Zuschauer, wer gerade wen zusammenschlägt. Und die Verfolgungsjagden könnte man in ähnlicher Form auch bei CNN sehen.

Fazit: intelligente Story, trockener Witz, düstere Inszenierung. Mit «Batman Begins» fängt Batman in der Tat erst richtig an.

Philippe Zweifel

«Batman Begins» mit Christian Bale, Michael Caine, Regie: Christopher Nolan, Warner.

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