Lothar Matthäus: «Der Maulwurf ist kein Spieler»

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Lothar Matthäus«Der Maulwurf ist kein Spieler»

Bayern-Altstar Lothar Matthäus stärkt Trainer Pep Guardiola den Rücken in der Maulwurf-Affäre. Er glaubt jedoch nicht, dass ein Spieler Interna ausplaudert.

von
heg

Die Maulwurf-Affäre bei Bayern München sorgt für viel Gesprächsstoff. Trainer Pep Guardiola war vor dem Dortmund-Knüller stinksauer, weil Aufstellungs-Interna aus der Kabine an Medien weitergegeben wurden. «Denjenigen schmeisse ich raus. Er wird nie wieder für uns spielen», wetterte der Bayern-Coach.

Bayern-Legende Lothar Matthäus zeigt bei «Sport1» Verständnis für Guardiolas Ärger. Der deutsche Rekord-Internationale glaubt aber nicht, dass ein Spieler plaudert. «Ich bin davon überzeugt, dass es unter den Spielern keinen Maulwurf gibt. So eine Aussage über die Aufstellung kann auch aus dem Team um die Mannschaft kommen. Es gibt Ärzte, die Phyisotherapeuten und die Co-Trainer.»

«Ich habe nie Details preisgegeben»

«Loddar» würde auch nicht verstehen, wenn ein Spieler plaudert, denn so würde dieser sich die ganze Karriere ruinieren. «Es geht hier um ein grosses Risiko, das ein Spieler eingehen würde, wenn er als Maulwurf ertappt wird. Er würde den Trainer gegen sich aufbringen, dürfte sicher nicht mehr für Bayern spielen und im nächsten Jahr nicht zur WM fahren. Das kann sich kein Spieler im Kader des FC Bayern erlauben.»

Der mittlerweile 52-Jährige, der für die Münchner 302 Bundesligaspiele absolvierte, hat während seiner Aktivzeit nie «geplaudert», sagt er von sich selbst. «Wo man es mit einem Journalisten gut konnte, wurde gleich vermutet, dass ich Interna nach aussen trage. Ich kann bei meinen Kindern schwören, dass ich nie Details preisgegeben habe, was die Mannschaft betrifft.»

Matthäus hat für den aktuellen Bayern-Trainer sogar noch einen Rat. Guardiola solle sich «auf seine Arbeit konzentrieren und den Maulwurf Maulwurf sein lassen. Wenn es einen Maulwurf gegeben hat, dann ist er jetzt gewarnt.»

Hoeness lacht sich kaputt

Für Bayern-Boss Uli Hoeness und die meisten seiner Kicker ist die Maulwurf-Affäre gar kein Thema. «Die Spieler lachen sich halb tot über die Schlagzeilen. Ich lächle auch darüber. Wenn das unsere einzigen Probleme sind, können wir gut damit leben», sagte Hoeness am Dienstag vor dem Abflug der Bayern zum Champions-League-Gruppenspiel bei ZSKA Moskau.

Weniger lustig findet es Philipp Lahm. «Ich schmunzle nicht. Es gibt Regeln in einem Team. Wenn die jemand bricht, ist das für eine Mannschaft nicht erfreulich und wir werden alle miteinander sprechen», wird der Captain in der «Süddeutschen Zeitung» zitiert. Auch Arjen Robben findet es «traurig. So etwas gehört nicht zu einer richtig grossen Mannschaft.» Es sei aber «nichts Neues» für ihn. «Ich bin schon seit fünf Jahren beim FC Bayern, und das war schon immer so.»

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