Aufstieg perfekt: Der Meister von 1967 kehrt zurück
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Aufstieg perfektDer Meister von 1967 kehrt zurück

Eintracht Braunschweig beendet die 28-jährige Leidenszeit und kehrt in die 1. Bundesliga zurück. Mit dem Traditionsverein steigt auch der Schweizer Orhan Ademi auf.

von
fox
Eintracht Braunschweig kehrt zurück in die Bundesliga.

Eintracht Braunschweig kehrt zurück in die Bundesliga.

91 Minuten und 30 Sekunden waren gespielt im Auswärtsspiel in Ingolstadt. Da nahm Braunschweigs Damir Vrancic Anlauf zum Freistoss und zirkelte das Leder zum 1:0 ins Tor. Wenig später war Schluss - Braunschweig wieder erstklassig. Rund 2200 Anhänger waren nach Ingolstadt mitgereist und feierten die Rückkehr in die Bundesliga.

Das Bundesliga-Gründungsmitglied und der deutsche Meister von 1967 steigt nach 1974 und 1981 zum dritten Mal zurück in die oberste Spielklasse. Die Blau-Gelben pendelten nach dem letzten Bundesliga-Abstieg 1985 zwischen der Regionalliga und 2. Bundesliga. 2011 gelang der Aufstieg in die zweithöchste Liga. Vor dieser Saison hätte niemand mit dem Aufstieg gerechnet.

Schweizer steigt mit auf

Braunschweig war eines der ersten Teams, welches in den 70er Jahren mit Trikotwerbung auflief, was damals verboten war. Daher nahm man kurzerhand das Firmenlogo von Jägermeister ins Vereinsemblem, womit die Regelung umgangen war. 1986 wurde der Hirsch wieder durch den traditionellen Löwen ersetzt.

Mit dabei beim Überraschungsteam aus Niedersachsen ist mit Orhan Ademi auch ein Schweizer. Der Stürmer erzielte diese Saison vier Treffer und bereitete vier weitere vor. Gegen Ingolstadt wurde er in der zweiten Halbzeit ausgewechselt.

«Das grenzt fast an ein Weltwunder»

«Das grenzt fast an ein Weltwunder», bewertete Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht den umjubelten Aufstieg, den vor der Saison kaum ein Experte für möglich gehalten hatte. Das Kader spielte fast exakt in der selben Zusammensetzung vor zwei Jahren noch in der dritten Liga. Dabei stand der deutsche Meister von 1967 noch vor fünf Jahren vor dem erstmaligen Absturz in die Viertklassigkeit. Lange Zeit zehrte der Traditionsklub nur von Erfolgen der Vergangenheit, litt unter Missmanagement und verschliss sogar fünf Trainer in einer Saison.

Doch Trainer Lieberknecht, der zuvor auch als Spieler für die Eintracht tätig war, legte dank einer ziemlich perfekten Transferpolitik den Schalter um. 2011 gelang der Sprung in die 2. Liga. Seitdem wurden gerade einmal 50'000 Euro in Ablösesummen investiert.

Braunschweig ist nach Hertha Berlin der zweite direkte Aufsteiger in die Bundesliga. Um den Barrageplatz kämpfen noch Kaiserslautern, Köln und der FSV Frankfurt.

Regensburg steigt ab - Bochum mit drittem Sieg in Serie

Als erster Abstieger steht Neuling Jahn Regensburg nach der 0:1-Niederlage bei Union Berlin fest. Für den SV Sandhausen gibt es nach dem 0:1 gegen den VfL Bochum kaum noch Hoffnung auf Rettung. Dagegen gelang den Bochumern mit dem dritten Sieg unter dem neuen Trainer Peter Neururer ein grosser Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Resultate:

Ingolstadt - Eintracht Braunschweig (bis 76. mit Ademi) 0:1.

Union Berlin - Jahn Regensburg 1:0.

Sandhausen - Bochum 0:1.

Rangliste:

1. Hertha Berlin 30/66 (56:22). 2. Eintracht Braunschweig 31/65 (49:27). 3. Kaiserslautern 30/52 (45:25). 4. 1. FC Köln 30/50 (37:28). 5. FSV Frankfurt 30/47 (47:37). 6. Union Berlin 31/43 (46:44). 7. 1860 München 30/42 (32:28). 8. Energie Cottbus 30/40 (33:33). 9. Aalen 30/39 (33:33). 10. Ingolstadt 31/39 (34:37). 11. Paderborn 30/38 (38:38). 12. Duisburg 30/38 (33:45). 13. St. Pauli 30/36 (35:42). 14. Bochum 31/35 (36:47). 15. Erzgebirge Aue 30/33 (36:42). 16. Dynamo Dresden 30/31 (29:41). 17. Sandhausen 31/23 (35:61). 18. Jahn Regensburg 31/19 (33:57). (fox/si)

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