Starker Franken: Der Mittelstand leidet am meisten

Aktualisiert

Starker FrankenDer Mittelstand leidet am meisten

Fast drei Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen in der Schweiz sehen die Zukunft düster. Der starke Franken sowie die schwache Euro-Zone setzen ihnen zu.

Den Schweizer KMU (hier ein Heiztechnikunternehmen) macht der starke Franken und die schwache EU-Konjunktur immer mehr zu schaffen.

Den Schweizer KMU (hier ein Heiztechnikunternehmen) macht der starke Franken und die schwache EU-Konjunktur immer mehr zu schaffen.

Die Credit Suisse und die Aussenhandelsorganisation Osec erwarten für das vierte Quartal 2011 eine spürbare Verlangsamung der Wirtschaft in der Schweiz. Dies geht aus dem am Dienstag publizierten KMU-Exportindikator hervor. Die Mehrheit der einheimischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sehe sich zudem mit einem zunehmenden Margendruck konfrontiert, so die Studie.

Bereits 73 Prozent blicken skeptisch in die Zukunft

Im Gegensatz zum Vorquartal, als noch 67 Prozent der befragten Unternehmen angaben, aufgrund des starken Frankens eine Verlangsamung des Exportwachstums zu erwarten, sind es nun bereits 73 Prozent. Insbesondere die Metallindustrie, der Maschinenbau und die Präzisionsindustrie wähnen sich von der Wechselkurswirkung stark betroffen - bei allen dreien liegt der Prozentanteil über 80.

Auch was die Gewinnmargen betrifft, befürchten die KMU für das vierte Quartal zunehmend negative Auswirkungen des starken Frankens. So gaben nun 83 Prozent an, einem höheren Margendruck ausgesetzt zu sein, im Vergleich zu 78 Prozent im Vorquartal.

Kursziel der Nationalbank: Wirkung ist noch offen

Allerdings geben CS und Osec zu Bedenken, dass sie die Befragung der Unternehmen kurz nach Setzen des Euro-Wechselkursziels durch die Schweizerische Nationalbank durchgeführt hätten. Daher bleibe abzuwarten, wie sich der SNB-Eingriff in den kommenden Quartalen auf die Stimmung der KMU auswirken werde.

Europa bleibt weiterhin die mit Abstand bedeutendste Absatzregion für Schweizer Ausfuhren - ungeachtet von Frankenstärke und Eurokrise. So gaben 91 Prozent der KMU an, in den nächsten sechs Monaten nach Europa zu exportieren. 49 Prozent wollen in den asiatischen Raum, 38 Prozent nach Nordamerika liefern. (sda)

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