Fall Knox geht weiter: «Der Mörder ist noch frei»
Aktualisiert

Fall Knox geht weiter«Der Mörder ist noch frei»

Der Mordfall der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher ist weiterhin nicht aufgeklärt. Jetzt fordert ein Berufungsrichter neue Ermittlungen.

Berufungsrichter Claudio Pratillo, der am Montag Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito vom Mordvorwurf freigesprochen hat, fordert jetzt neue Ermittlungen im Mordfall um die britische Studentin Meredith Kercher. Ermittlungen seien notwendig, weil die Mörder von Meredith Kercher noch frei seien, sagte der Präsident des Schwurgerichts von Perugia in einem TV-Interview.

Für den Mord wurde der Ivorer Rudy Guede 2008 nach einem Teilgeständnis zu 16 Jahren Haft verurteilt. Laut den Ermittlern wurde Meredith mit zwei verschiedenen Messern getötet. Die Fahnder gehen davon aus, dass der 25-jährige Guede, der in der Strafanstalt der mittelitalienischen Stadt Viterbo seine Strafe absitzt, beim Tod der britischen Studentin nicht allein war.

Rudy Guede hatte nach Knox' Freilassung bereits angekündigt, einen Antrag auf Wiederaufnahme des Prozesses stellen zu wollen.

Einladung nach Seattle

Amanda Knox, die gleich nach dem Freispruch in ihre Heimat nach Seattle zurückgekehrt war, geht es hingegen «bemerkenswert gut». Dies sagte ihr Vater Curt Knox am Donnerstag gegenüber dem US- Nachrichtensender CNN.

Amandas Familie habe die Familie Sollecito in die Stadt an der US- Westküste eingeladen. So wolle seine Familie dazu beitragen, dass auch Raffaele wieder «in die Spur» komme, sagte Curt Knox weiter.

Während ihrer Haftzeit seien Amanda und Raffaele brieflich in Kontakt geblieben. Amandas Vater äusserte zudem die Hoffnung, dass Meredith Kerchers Angehörige eines Tages die «Wahrheit» anerkennen könnten, dass Amanda und Raffaele «nichts mit dem Tod von Meredith zu tun» gehabt hätten.

(sda)

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