Aktualisiert 24.03.2011 19:48

JapanDer Moment der Katastrophe

Ein jetzt aufgetauchtes Bild zeigt den Augenblick, als die Tsunami-Welle über das AKW in Fukushima hereinbricht.

Die Strahlenbelastung im Meer nahe dem japanischen Krisenmeiler Fukushima 1 hat zugenommen. Wie der Stromkonzern Tepco am Donnerstag mitteilte, wurden im Meer in der Nähe der Abflussrohre der Reaktorblöcke 1 bis 4 etwa um das 150-fach erhöhte Werte von radioaktivem Jod-131 gemessen.

Dies sei die höchste Belastung, die bis jetzt im Meer gemessen wurde, hiess es. Die Werte bedeuteten aber weiter keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Dennoch müssten sie weiter beobachtet werden, sagte ein Tepco-Sprecher nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo.

«Mein Mann wird radioaktiv verstrahlt»

130-fache Überschreitung

Die Radioaktivität im Meerwasser schwankt den Angaben zufolge. Montag sei eine knapp 130-fache Überschreitung gemessen worden, Dienstag lag die Belastung dann bei dem knapp 30-Fachen der zugelassenen Werte.

139 tapfere Feuerwehmänner eilen zu Hilfe

Regen und belastetes Wasser aus den Abklingbecken des AKW hätten die Strahlenwerte der Probe vom Mittwoch vermutlich erhöht, erläuterte der Energiekonzern Tepco.

Zusammenfassung der Reaktorexplosionen

Tepco entdeckte Jod-131 und Cäsium-137 auch in einer Probe, die aus der Nähe der Abflüsse der Reaktorblöcke 5 und 6 stammt. Grössere Mengen Jod-131 und Cäsium-137 sind für den Menschen schädlich.

Hier kommt die radioaktive Wolke

Evakuierungszone ausweiten

Angesichts steigender Strahlenwerte in der Umgebung des AKW Fukushima wächst im japanischen Parlament der Druck auf die Regierung, die Evakuierungszone auszuweiten.

Am Donnerstag unterschrieben 23 Abgeordnete aus dem Ober- und Unterhaus des Parlaments eine Petition, in der sie fordern, auch ausserhalb des bislang gezogenen 20-Kilometer-Radius' die Evakuierung «drastisch voranzutreiben».

Vorrangig sollten schwangere Frauen und Kleinkinder aus einem Umkreis von 30 Kilometern herausgeholt werden. Am Mittwoch hatten erst elf Abgeordnete die Petition unterstützt.

In den vergangenen Tagen hatten die japanischen Behörden erhöhte Strahlenwerte auch ausserhalb der 20-Kilometer-Evakuierungszone festgestellt. Ein Team der Gunma-Universität hatte am Montag rund 40 Kilometer nordwestlich von Fukushima um das 400-fach erhöhte Radioaktivität im Boden gemessen. (sda/dapd)

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