Aktualisiert 10.07.2019 13:16

Urinieren im Freien

Der mühsame Kampf gegen Wildpinkler

Viele erleichtern sich nach einer wilden Partynacht auf der Strasse. Die Städte investieren viel Geld in öffentliche WCs, um dem Problem und Uringestank entgegenzutreten.

von
jk
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Viele erleichtern sich nach einer wilden Partynacht auf der Strasse. Schweizer Städte sagen Wildpinklern den Kampf an.

Viele erleichtern sich nach einer wilden Partynacht auf der Strasse. Schweizer Städte sagen Wildpinklern den Kampf an.

Andreypopov
Als Wildpinkler gilt in erster Linie der männliche Nachtschwärmer.

Als Wildpinkler gilt in erster Linie der männliche Nachtschwärmer.

Keystone/Martin Ruetschi
Wer am frühen Morgen nach der grossen Zürifäscht-Party am Seeufer entlangging, kam nicht um den unangenehmen Uringeruch herum, der in der Luft lag.

Wer am frühen Morgen nach der grossen Zürifäscht-Party am Seeufer entlangging, kam nicht um den unangenehmen Uringeruch herum, der in der Luft lag.

20M

Wer am frühen Morgen nach der grossen Züri-Fäscht-Party am Seeufer entlangging, kam nicht um den unangenehmen Uringeruch herum, der in der Luft lag. Wie der «Beobachter» schreibt, versprühen Putzequipen nach solchen Events hektoliterweise Anti-Urin-Mittel, um den Gestank zu beseitigen. Doch auch jenseits von grossen Festen stellt das Wildpinkeln – in erster Linie durch männliche Nachtschwärmer – für Schweizer Städte eine grosse Herausforderung dar.

Gemäss der Stadt Luzern führt die Entwicklung hin zu einer 24-Stunden-Gesellschaft dazu, dass das Wildpinkler-Problem grösser werde. Um etwas dagegen zu unternehmen, greifen einige Städte tief in die Tasche. Zürich investiert laut dem Konsumentenmagazin 6 Millionen Franken allein in die Reinigung und Instandhaltung der öffentlichen WC-Anlagen. Luzern wiederum habe sich den Ausbau von öffentlichen WCs im letzten Jahr rund 3,5 Millionen Franken kosten lassen, St. Gallen über 4 Millionen.

Geldstrafen sollen abschrecken

Der Gestank ist nicht das einzige Übel: Der Urin greife die Sandsteinfassaden der Altstadthäuser an, wie Norbert Esseiva, Leiter der Stadtberner Orts- und Gewerbepolizei, gegenüber dem «Beobachter» sagt. Neben den zusätzlichen WC-Anlagen wird man deshalb vielerorts fürs Wildpinkeln gebüsst. In Zürich und Luzern kostet das Urinieren im Freien 80 Franken, wenn man sich dabei erwischen lässt. In Schaffhausen wird man mit einer Strafe von 200 Franken gebüsst und in Bern kostet es 90 Franken.

Ein Grund vieler Wildpinkler ist, dass öffentliche Toiletten meistens kosten und man nicht immer entsprechendes Münz in der Tasche hat. Zudem ekeln sich viele über die Zustände auf den öffentlichen Toiletten. So schreibt ein Leser: «Wenn ich mal wild pinkle, dann aus hygienischen Gründen. Denn ein Toi Toi mit tausenden anderen Leuten zu teilen, erachte ich als schlimmer, als zwischendurch im Freien zu urinieren.»

Sind die öffentlichen WCs tatsächlich so schmutzig, wie die bekannte Toilette im Film «Trainspotting» (Bild oben)? Erzähl uns per Kontaktformular oder per Whatsapp von deinen Erfahrungen und schick uns ein Bild der hässlichsten Toilette.

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Das unternehmen andere Städte

Während Schweizer Städte wie etwa Basel auf selbstreinigende Anlagen setzen und deren Benutzung kostenfrei machten, wird etwa in Hamburg mit anderen Mitteln gegen Wildpinkler vorgegangen. Bewohner der Partymeile Reeperbahn haben vor einigen Jahren sämtliche Mauern mit einem wasserabweisenden Spezial-Lack ausgestattet: Wer sich an der Wand entlädt, der bekommt die eigene volle Ladung zurück.

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