Leser-Umfrage: Der nächste Papst könnte auch eine Frau sein
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Leser-UmfrageDer nächste Papst könnte auch eine Frau sein

Rund ein Viertel unserer Leser vermutet hinter dem Rücktritt von Benedikt XVI. einen handfesten Skandal. Eine weibliche Nachfolge fände die Mehrheit alles andere als skandalös.

von
oku

Es war ein Donnerknall für viele Gläubige: Der Stellvertreter Gottes auf Erden und höchste Kirchenvertreter der Katholiken kündigte am Montag an, den Heiligen Stuhl auf Ende Februar zu räumen. Nach einem Moment der Überraschung, finden 87 Prozent der Schäfchen in der Schweiz diesen Schritt positiv, wie eine nicht repräsentativen Umfrage von 20 Minuten Online zeigt.

Als Gründe hinter dem Rücktritt werden vor allem Altersschwäche und Amtsmüdigkeit vermutet. Rund ein Viertel ist überzeugt, dass mit diesem für den Vatikan höchst ungewöhnlichen Schritt ein handfester Skandal um den Papst und die katholische Kirche vertuscht werden soll. Doch Gründe hin, Machtspiele her: Die Sympathien für Joseph Ratzinger halten sich in der Schweiz so oder so im Rahmen.

Nullus papa cordis

Sogar unter jenen Teilnehmern, die römisch-katholisch sind, sehen lediglich 6 Prozent in Benedikt XVI. einen Papst der Herzen. 25 Prozent finden ihn recht sympathisch. 30 Prozent finden, er ist etwas unterkühlt und 25 Prozent sind der Meinung, er ist sehr weit weg von den Gläubigen.

Was die Leistungsbeurteilung des Pontifex angeht, fällt die Bilanz noch durchzogener aus. Ein Viertel der Befragten mit katholischer Religionszugehörigkeit gibt an, keine Ahnung zu haben, was der Papst überhaupt so gemacht hat. Ein Viertel zeigt sich eher enttäuscht von seiner Arbeit und ein weiteres Viertel ist erfreut, über die Dinge, die er bewegt hat, ist aber der Ansicht, er hätte noch einiges mehr anpacken können.

Könnte auch eine Frau sein

Zwei von fünf Befragten wünschen sich, dass der Nachfolger von Papst Benedikt XVI. aus Europa kommt. Für einen Papst aus Afrika sprechen sich 31 Prozent aus. 15 Prozent plädieren für einen Papst aus Südamerika.

Es muss allerdings keinesfalls so sein, dass der nächste Papst ein Mann ist. Zumindest nicht, wenn es nach dem Willen der Leser geht. 31 Prozent wünschen sich eine Päpstin. Und knapp einem Drittel ist es egal, ob Mann oder Frau. 35 Prozent wollen am patriarchischen System mit einem männlichen Oberhaupt der Kirche festhalten.

Interessant: Für 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wäre das Amt des Nachfolgers des Apostels Petrus kein Job. Ob Zölibat, zu viele Repräsentativ-Aufgaben oder Machtkämpfe im Vatikan – selbst wenn sie die Wahl hätten, würde sie nicht auf dem Heiligen Stuhl Platz nehmen.

Eckdaten zur Umfrage

An der nicht repräsentativen Online-Umfrage haben sich im Zeitraum vom 11. Februar, 14 Uhr, bis zum 12. Februar, 10 Uhr, 3556 Internetnutzer beteiligt. Davon 1096 Frauen (30,82 %) und 2460 Männer (69,18 %).

38 % sind nach eigenen Angaben römisch-katholisch, 25 % evangelisch-reformiert und 24 % geben an, überhaupt keine Religionszugehörigkeit zu haben.

Alle Ergebnisse der Umfrage als PDF gibt es hier >>

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