Ausser Form: Der Nati droht ein kurzes Gastspiel in Frankreich
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Ausser FormDer Nati droht ein kurzes Gastspiel in Frankreich

Die Nati verliert auch das zweite Testspiel 2016: 0:2 gegen Bosnien-Herzegowina. Bis zur EM bleibt noch viel zu tun.

von
E. Tedesco & A. Stäuble

Nati-Trainer Vladimir Petkovic zur 0:2-Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina im Letzigrund. (Video: 20 Minuten)

Eines vorneweg: Die Schweiz war gegen Bosnien-Herzegowina besser als am Freitag in Irland (0:1). Überzeugen konnte sie aber fast nur kämpferisch. Die Mannschaft von Vladimir Petkovic kann nach dem 0:2 im drittletzten Testspiel vor der EM nicht verhehlen, dass sie sich immer noch schwer tut.

Der Grossteil der Nationalspieler, die zum Stamm gehören, sind weit von ihrer Bestform entfernt. Schon in Irland kam die Abwehr in der Startphase unter Beschuss. Das änderte sich auch gegen die starken Offensivleute der Bosnier nicht. Innert fünf Minuten konnte der Gast fünf Eckbälle treten – nur mit viel Glück passierte nichts. Mit der 0:2-Niederlage im Letzigrund hat die Nati nunmehr drei der letzten vier Testspiele verloren. Von einer EM-Form ist sie weit entfernt.

Viele Spieler ausser Form

«Nach zwei Niederlagen ist es nie schön. Aber dennoch habe ich eine Reaktion gesehen. Zwar haben wir am Anfang wieder fünf, sechs Corner zugelassen, und damit Angst in die Mannschaft gebracht. Vor dem ersten Tor waren wir zu ängstlich, denn das war gar keine klare Chance. Nach dem ersten Tor wurde es schwierig», so Vladimir Petkovic. «Man hat gesehen, dass Bosnien Qualität hat, obwohl sie in Frankreich nicht dabei sein werden.»

Man hat aber auch gesehen, dass viele Schweizer Nationalspieler ihre Form erst finden müssen. Viele spielen mit ihren Clubs gegen den Abstieg und ich hoffe, dass sie diesen positiv beenden und mit dem Kick, nicht abgestiegen zu sein, im Mai nach Lugano zur Nationalmannschaft kommen.»

Die Abwehr bleibt eine Baustelle

Petkovic wollte vor dem Spiel Antworten. Eine bekam er definitiv. Die Baustelle Innenverteidigung ist noch nicht geschlossen. Das Experiment Senderos ging in die Hose. Schär ist weit weg von der Form bester Tage. Klose begann in Irland schwach, steigerte sich und zeigte auch im Letzigrund bemühte 45 Minuten.

Eine weitere Antwort bekam der Nati-Coach das Mittelfeld betreffend. Gelson Fernandes und Blerim Dzemaili nutzten ihre Chancen nicht. Kasami spielte gut und auch Zuffi drängte ins 23-Mann-Kader für die EM. Xhaka ist der Chef. An ihm führt kein Weg vorbei. Das stellte der Gladbach-Captain gegen Bosnien-Herzegowina unter Beweis. Wenigstens das.

Ohne Selbstvertrauen

«In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Druck gemacht, aber wie schon in Irland ist das Spiel in einer guten Phase von uns gekippt. Einmal mehr haben wir es verpasst, das Spiel umzudrehen. Das hat auch mit dem Selbstvertrauen des Einzelnen, aber auch der Mannschaft zu tun. Dieses Selbstvertrauen müssen die Spieler in den Vereinen tanken. Dann haben wir auch Möglichkeiten, mehr zu bewegen», so der Nati-Trainer.

Nach zwei Partien ohne Treffer ist auch klar: in der Offensive herrscht Flaute. Erstmals blieb die Nati seit dem Einstand von Trainer Petkovic im September 2014 zwei Spiele in Folge ohne einen Treffer. Der einzige Offensivspieler mit einem Tor im Jahr 2016 ist Renato Steffen - dieses markierte er aber nicht für die Nati, sondern für den FCB. Zumindest aber kamen Seferovic, Embolo und Co. am Dienstag im Letzigrund zu Chancen.

74 Tage bleiben der Nati noch bis zum ersten EM-Gruppenspiel gegen Albanien. In der aktuellen Verfassung wird das ein kurzes Gastspiel in Frankreich.

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