Neue Lieblinge der Investoren:: Der neue Hype: «Cloud Computing»-Projekte

Aktualisiert

Neue Lieblinge der Investoren:Der neue Hype: «Cloud Computing»-Projekte

In den vergangenen Jahren haben Risikokapital-Investoren auf Web-2.0-Projekte wie «Facebook», «YouTube» und dergleichen gesetzt. Nun entdecken die Geldgeber die IT-Infrastruktur neu. Das Zauberwort heisst «Cloud Computing».

Beim «Cloud Computing» betreibt der Anwender die notwendige Soft- und Hardware nicht mehr selber, sondern bezieht diese von einem Anbieter als Dienstleistung. Dadurch befinden sich die persönlichen Daten nicht mehr lokal auf einem Rechner, sondern sind über eine Vielzahl von Computersystemen verteilt, was auch «Cloud» (Wolke) genannt wird. Auf die benötigten Anwendungen und Daten kann der Benutzer so von überall her zugreifen. Dazu benötigt er lediglich ein Standard-Programm, wie zum Beispiel einen Web-Browser. Dadurch entfallen Kosten für eine teure lokale IT-Infrastruktur.

Trend steigt

Im ersten halben Jahr flossen 70 Millionen US-Dollar in solche «Cloud Computing»-Projekte. Das ist ein kleiner Teil, verglichen mit dem gesamten investierten Risikokapital von 14,9 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum. Der Trend weist aber steil nach oben. Unter den Investoren befinden sich Branchengrössen wie Sequioa Capital, das sich mit der Finanzierung prominenter Internet-Unternehmen wie Google oder YouTube einen Namen gemacht hat.

Nicht alles Gold glänzt

Inmitten des Ansturms auf «Cloud Computing»-Startups mehren sich jedoch warnende Stimmen. Zurzeit werden viele Lösungen definiert und entwickelt, ohne dass man weiss, wie sie eingesetzt werden können. Darum warnt Sunil Dhaliwal, General Partner bei Battery Ventures: «Wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium. Es wird noch viel Geld verloren gehen, aber auch eine Menge gewonnen werden.» Auch technisch müssen noch Hürden genommen werden. Bis heute konnte die Absicherung der Zugriffe auf Programme und Daten zwischen Anwender und Anbieter noch nicht befriedigend gelöst werden.

Attraktiv für KMUs

Viel Potenzial haben Firmen, die bei der Vernetzung der existierenden IT-Infrastruktur mit dezentralisierten Datenzentren den grossen Konzernen unter die Arme greifen. Darüber hinaus sieht Dhaliwal auch gute Geschäftschancen bei mittelständischen Unternehmen, die auf den Betrieb eigener IT-Netzwerke verzichten wollen. (pte/scc/zac)

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