Der EV6 von Kia lässt sich ferngesteuert auf Knopfdruck einparken
Der EV6 von Kia lädt Strom für 100 Kilometer Reichweite in unter 4,5 Minuten.

Der EV6 von Kia lädt Strom für 100 Kilometer Reichweite in unter 4,5 Minuten.

Kia
Publiziert

ProbefahrtDer neue Kia lässt sich ferngesteuert auf Knopfdruck einparken

Leise, geräumig, spurtstark: Die Elektromobilität bringt auch abgesehen von der Umweltverträglichkeit viele Vorzüge. Kia zeigt mit dem EV6, wie das geht.

von
Dave Schneider

«Ich bin sehr stolz auf dieses Modell», sagt Won-Jeong Jeong. «Der EV6 ist ein bedeutender Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte.» Grund dazu hat der Chef von Kia Europe, denn genau wie der kürzlich lancierte Ioniq 5 von Konzernmutter Hyundai sorgt der EV6 für Aufsehen, nicht nur wegen eines eigenwilligen Designs, sondern vor allem auch mit technischen Daten, die die Konkurrenz in Verlegenheit bringen. Der koreanische Autoriese reiht sich damit bei der Elektromobilität gleich weit vorne ein und will künftig ganz den Ton angeben. «Früher sah man uns als Follower, als die, die hinterherlaufen», konstatiert Marketing-Chef Daniel Hilbert. «Heute wollen wir die Game Changer, die Wegbereiter sein.»

Der entscheidende Baustein dazu ist die neue, spezifisch für Elektroautos ausgelegte Plattform des Konzerns, die als Grundlage für diverse Modelle quer durch alle Fahrzeugklassen dient. Dank 800-Volt-Technologie überflügeln die Koreaner damit aber die Konkurrenz, namentlich VW mit seiner 400-Volt-Architektur. Mit 800 Volt sind deutlich höhere Ladeleistungen und somit eine schnellere Ladegeschwindigkeit möglich – mit 240 kW lädt der Kia den Strom für 100 Kilometer Reichweite in unter 4,5 Minuten, der VW mit 125 kW benötigt dafür fast doppelt so lange.

Viel Hightech

Punkte sammelt der Koreaner auch mit seiner Ausstattung. Neben einem volldigitalen Cockpit mit grossem Head-up-Display und einem gewölbten Touchscreen für das Infotainmentsystem sind topmoderne Features an Bord. Die Highlights: Der EV6 lässt sich ferngesteuert auf Knopfdruck einparken, zeigt beim Abbiegen ein Kamerabild des toten Winkels an und bietet dank Meridion-Soundsystem mit 14 Lautsprechern ein hochwertiges Klangerlebnis. Und zum Relaxen lassen sich die vorderen Sitze auf Knopfdruck nach oben und nach hinten verstellen für eine bequeme Liegeposition. Natürlich nicht während der Fahrt. Auf den Rücksitzen, deren Lehne von steil bis flach verstellt werden kann, hat man einen Meter Beinraum.

Der LED-Bogen, der sich bis zu den Radhäusern zieht, prägt das Heck des EV6. 

Der LED-Bogen, der sich bis zu den Radhäusern zieht, prägt das Heck des EV6.

Kia
Ein gewölbter Screen vereint Digital-Display hinter dem Lenkrad mit einem grossem Touchscreen. 

Ein gewölbter Screen vereint Digital-Display hinter dem Lenkrad mit einem grossem Touchscreen.

Kia
Das Design wirkt etwas «klobig», doch es macht den Kia komplett eigenständig.

Das Design wirkt etwas «klobig», doch es macht den Kia komplett eigenständig.

Kia

Es stehen zwei Batterievarianten (58 oder 77,4 kWh) sowie Heck- oder Allradantrieb zur Wahl. Die kleine lässt sich mit maximal 180 kW laden, die grosse mit 240 kW. Die WLTP-Reichweite liegt zwischen 394 und 515 Kilometern, das Leistungsspektrum reicht von 125 kW (170 PS) bis 239 kW (325 PSW). Ende 2022 folgt dann die Allrad-Sportvariante GT mit 430 kW (584 PS), die in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und damit viele Supersportwagen in den Schatten stellt.

Blitzstart

Zur Testfahrt stand ein GT-Line mit Allrad und 239 kW bereit – und diese Variante ist mehr als kraftvoll genug. Mit einem maximalen Drehmoment von 605 Nm, das aus dem Stand zur Verfügung steht, schiesst der EV6 wie aus der Kanone geschossen davon, sofern man das Pedal ganz durchdrückt – dann wird die 100-km/h-Marke in 5,2 Sekunden geknackt. Dank eines tiefen Schwerpunkts und einer fast ausgeglichenen Gewichtsverteilung liegt der Stromer auch gut in den Kurven. Doch die gemächliche Gangart steht ihm besser: Man gleitet fast lautlos dahin, geniesst den hohen Sitzkomfort, die angenehm gefühlvolle Lenkung und das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk. Der EV6 ist ab 49'950 Franken zu haben, der getestete GT-Line kostet ab 66'950 Franken – das sind faire Preise im Konkurrenzvergleich. Das trifft auch für die Topversion GT zu, die ab 75'950 Franken zu haben sein wird.

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