Aktualisiert 09.07.2014 14:32

Louis van G(eni)aal

Der neue König der Niederlande

Was Louis van Gaal an dieser WM auch immer tut, es ist richtig. Im Halbfinal gegen Argentinien braucht er ein Mittel gegen Lionel Messi.

von
Marcel Allemann

Ein Sympathieträger seiner Zunft ist Hollands Bondscoach nicht unbedingt. Er ist nicht so trendy wie Joachim Löw, nicht so galant wie Luiz Felipe Scolari und nicht so emotional wie Miguel Herrera. Aber der oft so versteinert dasitzende oder dastehende Van Gaal ist erfolgreich. Und Erfolg macht sexy.

Als Louis van G(eni)aal wird der 62-Jährige gefeiert. Der König der Niederlande ist seit April 2013 offiziell zwar Willem-Alexander, doch der heimliche neue König heisst Van Gaal. Schliesslich erregt das Land mit seinen 16,8 Mio. Einwohnern derzeit mit seinen erfolgreichen Fussballern weltweit Aufsehen. Dafür ist Trainerfuchs Van Gaal verantwortlich. Mal stellt er mitten im Spiel das System um, mal wechselt er die Siegesschützen ein, und zuletzt gegen Costa Rica traf er mit seinem spektakulären Goalie-Wechsel vor dem Penaltyschiessen die richtige Entscheidung. «Darauf bin ich schon ein wenig stolz», erklärte der ehemalige Ajax-, Barcelona- sowie Bayern-Trainer und zukünftige Manager von Manchester United.

Van Gaals Kritiker haben sich ins hinterste Schlupfloch verzogen. Dafür wird der Bondscoach inzwischen sogar von Trainerkollegen wie ein Messias gefeiert. «Wenn ein Trainer mit dieser Gruppe etwas anfangen kann, dann ist das Louis», sagte Vorgänger Dick Advocaat. Und Nachfolger Guus Hiddink (nach der WM) lobte: «Einfach hervorragend, der Torhüterwechsel.» Van Gaal selbst arbeitet indes am nächsten Geniestreich: Er will als Erster ein Mittel gegen Messi finden und gegen Argentinien in den WM-Final einziehen.

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