Nachfolge von Sebastian Kurz – Der neue österreichische Kanzler Alexander Schallenberg ist ein Berner
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Nachfolge von Sebastian Kurz Der neue österreichische Kanzler Alexander Schallenberg ist ein Berner

Der 52-jährige Alexander Schallenberg soll als Nachfolger des zurückgetretenen Sebastian Kurz antreten. Er stammt zwar aus einer alten österreichischen Adelsfamilie – geboren ist er aber in der Schweiz.

von
Karin Leuthold
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Alexander Schallenberg soll neuer Bundeskanzler Österreichs werden. Sebastian Kurz hat ihn nach seinem Rückzug als Kanzler am 9. Oktober als Nachfolger vorgeschlagen.

Alexander Schallenberg soll neuer Bundeskanzler Österreichs werden. Sebastian Kurz hat ihn nach seinem Rückzug als Kanzler am 9. Oktober als Nachfolger vorgeschlagen.

Georg Hochmuth/APA/dpa
Schallenberg gilt als «geborener Diplomat» und als «Intimus» von Sebastian Kurz, gehörte jedoch nie zur ÖVP-Truppe um den ehemaligen Kanzler. 

Schallenberg gilt als «geborener Diplomat» und als «Intimus» von Sebastian Kurz, gehörte jedoch nie zur ÖVP-Truppe um den ehemaligen Kanzler.

Facebook/Aussenministerium
Der 52-jährige Politiker entstammt einer alten Adelsfamilie.

Der 52-jährige Politiker entstammt einer alten Adelsfamilie.

Georg Hochmuth/APA/dpa

Darum gehts

  • Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz hat nach Korruptionsvorwürfen seinen Rücktritt angekündigt.

  • Er schlug Aussenminister Alexander Schallenberg als seinen Nachfolger vor.

  • Der Politiker gilt als «geborener Diplomat».

  • Anfang Jahr sorgte er mit einem Video für viel Aufregung.

Die Entscheidung ist gefallen: Der österreichische Aussenminister Alexander Schallenberg folgt auf Sebastian Kurz als Bundeskanzler. Der unter Korruptionsverdacht stehende Kurz trat am Samstagabend zurück. In einer kurzen Ansprache erklärte der 35-Jährige, er wolle mit seinem Rückzug Chaos verhindern und Stabilität gewährleisten. Es gehe ihm um das Land und nicht um seine Person. Zum Schluss sagte Kurz, Aussenminister Schallenberg solle seine Funktion als Kanzler übernehmen.

Alexander Schallenberg scheint in der jetzigen Situation eine optimale Wahl zu sein: Er gilt als «geborener Diplomat» und als «Intimus» von Sebastian Kurz, gehörte jedoch nie zur ÖVP-Truppe um den ehemaligen Kanzler. Während seiner Zeit als Aussenminister blieb Schallenberg Kurz jedoch stets loyal, wie «Heute» schreibt. ÖVP-Parteimitglied ist er allerdings nicht.

Als Botschafter-Sohn in Bern geboren

Der 52-jährige Politiker entstammt einer alten Adelsfamilie und ist Sohn des ehemaligen Botschafters und Generalsekretärs des Aussenministeriums, Wolfgang Schallenberg. Alexander Schallenberg kam in Bern zur Welt. Seine Kindheit verbrachte er in Paris, Indien und Spanien, er wuchs somit mehrsprachig auf.Zwischen 1989 und 1994 studierte der vorgeschlagene Bundeskanzler Rechtswissenschaften an der Universität Wien und der Université Paris II Panthéon-Assas. Danach absolvierte er bis 1995 ein postgraduales LL.M-Studium am Collège d’Europe in Brügge.

Von 2000 bis 2005 leitete er die Rechtsabteilung der Ständigen Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union in Brüssel. 2006 wurde er Pressesprecher der damaligen Aussenministerin Ursula Plassnik und setzte diese Tätigkeit auch unter ihrem Nachfolger Michael Spindelegger fort.

Ein Kettenraucher mit feinem Humor

2019 stand er Brigitte Bierlein auch schon in der Expertenregierung zur Verfügung, hat daher einen guten Kontakt zu Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Vor zwei Wochen reiste Schallenberg mit Sebastian Kurz und Alexander Van der Bellen zur UNO nach New York. Er ist auf internationalem Parkett höchst angesehen.

Von sich reden macht der Politiker in diesem Jahr durch das Hissen der israelischen Fahne auf dem Aussenministerium, um die Solidarität mit Israel zu zeigen. Anfang Jahr liess sein Ministerium ein äusserst dramatisches Video produzieren, in dem die Folgen eines Atombombenangriffs auf Wien simuliert werden.

Schallenberg ist geschieden und Vater von vier Kindern. Jede freie Minute verbringt er mit ihnen. Zuletzt war er unglaublich froh, als er in den USA seine Rede bei den Vereinten Nationen um einen Tag vorverlegen konnte, denn das bescherte ihm einen zusätzlichen Tag in der Heimat mit seiner Familie. Als einziges Laster ist bei dem 52-Jährigen mit feinem Humor das Kettenrauchen überliefert.

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