Messe in Rom: Der neue Papst bricht mit der Tradition
Aktualisiert

Messe in RomDer neue Papst bricht mit der Tradition

Vor mehr als 100'000 Menschen auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus sein erstes Angelus-Gebet gesprochen. Dabei demonstrierte er, dass ihm die Nähe zu seinen Gläubigen wichtiger ist als Konventionen.

Das neue Kirchenoberhaupt demonstriert bereits am ersten Sonntag nach seiner Wahl, dass ihm die Nähe zu den Menschen wichtiger ist als Tradition. Zum Angelus-Gebet strömen mehr als 100'000 Pilger und Touristen auf den Petersplatz.

Entgegen der Tradition hat sich Papst Franziskus bei seinem ersten Angelus-Gebet im Vatikan in einer freien Ansprache an mehr als 100'000 Pilger und Touristen gewandt. Vom Fenster seines Arbeitszimmers aus sprach er über die Kraft von Gottes Vergebung. Das Angelus-Gebet bezieht sich auf die Botschaft des Erzengels Gabriel an Jesu Mutter Maria. Sein Vorgänger Benedikt XVI. beschränkte sich anschliessend auf eine kurze vorbereitete Ansprache und den päpstlichen Segen. Die Menge reagierte mit Jubel auf den ungezwungenen Auftritt des neuen Papstes.

Unter die Menge gemischt

Zuvor hatte Franziskus in einer Messe für Bewohner des Vatikans über Vergebung und Barmherzigkeit gesprochen. Gott habe eine unermesslich grosse Fähigkeit zur Vergebung, sagte der argentinische Geistliche in der Kirche St. Anna. Oft gingen die Menschen miteinander viel weniger nachsichtig um als Gott gegenüber Sündern. Anschliessend begrüsste Franziskus einzelne Teilnehmer des Gottesdienstes und küsste kleine Kinder.

Vor der Messe hatte sich Franziskus für kurze Zeit der Menschenmenge gezeigt. In einem schlichten weissen Gewand ging er zu einem offenen Tor und sprach mit den dort eingesetzten Sicherheitskräften. Dann kamen zwei Priester in der Menge zu ihm und umarmten ihn.

Videos: Das Angelus-Gebet von Franziskus (YouTube)

(sda)

Franziskus setzt seine erste Twitter-Botschaft ab

Vier Tage nach seiner Wahl hat Papst Franziskus am Sonntag seine erste Botschaft auf Twitter verbreitet: «Liebe Freunde, ich danke euch von Herzen und bitte euch, weiterhin für mich zu beten. Papst Franziskus.» Allerdings sind soziale Medien bisher nicht die Welt des neuen Kirchenoberhaupts, das beim Abfassen von Texten immer noch eine Schreibmaschine benutzt. Neben dem gedruckten Wort ist ihm das Radio das liebste Medium, zumindest bei der Übertragung von Fussballspielen seines Lieblingsvereins San Lorenzo.

Als Kardinal hatte Jorge Mario Bergoglio ein Facebook-Profil, kümmerte sich aber nicht selbst darum. «Davon versteht der Kardinal nichts, aber ich habe es ihm erklärt», sagt der ehemalige Sprecher Bergoglios, Guillermo Marco. «Er schaute auf den Computerbildschirm, sah sich die Seite an und hat uns dann erlaubt, online zu Gott zu beten.»

Dabei würde gerade Twitter mit seinen kurzen Mitteilungen von maximal 140 Zeichen gut zum Kommunikationsstil des neuen Papstes passen. «Er ist ein Mann, der gern zuhört», erklärt Marco. «Schon vom Kardinal wollten viele eine Audienz. Dann haben sie 45 Minuten am Stück geredet und er ist still geblieben. Dann hat er drei Sätze gesagt. Modern gesprochen könnte man sagen, dass er sehr twitteresk ist.»

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