Venezuela: Der neue Präsident sieht eine Verschwörung
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VenezuelaDer neue Präsident sieht eine Verschwörung

Nicolas Maduro ist nach der Trauerfeier für Hugo Chávez als Interimspräsident vereidigt worden. Dabei gab er den USA die Schuld am Krebstod seines Vorgängers.

von
bem

Venezuela wird bis zu einer Präsidentenwahl innerhalb der nächsten 30 Tage vom bisherigen Vizepräsidenten Nicolas Maduro regiert. Der Wunschnachfolger des am Dienstag verstorbenen Hugo Chávez legte am Freitag nach dessen Staatsbegräbnis den Amtseid als Präsident ab. Die Opposition boykottierte die Zeremonie in Caracas, an der als ausländische Gäste der amerikanische Bürgerrechtler Jesse Jackson und der ecuadorianische Präsident Rafael Correa teilnahmen.

Nach der Verfassung hätte der Parlamentspräsident bis zu der Präsidentenwahl das höchste Staatsamt ausüben sollen. Maduro, bisher Vizepräsident, zieht nun als amtierender Staatschef in den Wahlkampf. Die regierende sozialistische Partei hat ihn als ihren Präsidentschaftskandidaten benannt.

Mit der «eisernen Faust des Volkes»

Parlamentspräsident Diosdado Cabello nahm Maduro den Amtseid ab. Beide versprachen, Chávez' Politik fortzusetzen. Maduro sagte, er werde mit absoluter Loyalität gegenüber Chávez dafür sorgen, dass die Verfassung geachtet werde - «mit der eisernen Faust eines Volkes, das bereit ist, frei zu sein». Cabello sagte: «Venezuela wird dem Weg zum Sozialismus folgen.»

Maduro deutete an, dass die USA hinter der Krebserkrankung von Chávez stecken könnten. Der Krebs sei angesichts »der Geschwindigkeit seines Wachstums und aus anderen wissenschaftlichen Gründen, die zu ihrer Zeit bekannt sein werden, sehr merkwürdig». Wie Chávez bezeichnete er die USA als «Imperium». »Wir sagen ihnen: Früher oder später werden die imperialistischen Eliten der Vereinigten Staaten lernen müssen, mit absolutem Respekt vor den aufständischen Völkern Lateinamerikas und der Karibik leben zu müssen», sagte Maduro.

Maduro forderte die Gefolgschaft der Streitkräfte ein, die er als «die Streitkräfte von Chávez» bezeichnete. Den Schwiegersohn des Verstorbenen, Wissenschaftsminister Jorge Arreaza, benannte er als Vizepräsidenten.

Oppositionsführer Henrique Capriles hatte zuvor Maduro vorgeworfen, das Staatsbegräbnis für seinen Wahlkampf zu benutzen und damit die Verfassung zu verletzen. Capriles gilt als wahrscheinlicher Präsidentschaftskandidat der Opposition.

(bem/sda)

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