FCZ: Der neue Realismus des Schweizer Meisters
Aktualisiert

FCZDer neue Realismus des Schweizer Meisters

Der FC Zürich hat seine Lektion gelernt. Aus Madrid kehrt der taumelnde Schweizer Meister ohne Punkte zurück, aber auch ohne Klatsche.

von
Sandro Compagno
Spanien

Natürlich äusserten die Zürcher nach diesem knappen 0:1 gegen Real Madrid ihre professionelle Unzufriedenheit. «Mit etwas Glück wäre ein Punkt dringelegen», fand etwa Verteidiger Florian Stahel, der in der Sportzeitung «As» als «El duro» (der Harte) geadelt wurde. Abwehrchef Hannu Tihinen sah gar «einige ganz gute Konter­chancen» seiner Mannschaft.

Die verbale Angriffslust nach dem Schlusspfiff kontrastierte indes stark mit dem Gezeigten in den 90 Minuten zuvor. Die Zürcher absolvierten einen Auftritt in Demut, versuchten in der beeindruckenden Kulisse des Bernabéu gar nicht erst mitzuspielen, sondern beschränkten sich auf das Zerstören des gegnerischen Spielflusses.

Der FCZ hat seine Lektion gelernt. Das 1:6 in Marseille, wo der Schweizer Meister im Stile einer Schülermannschaft ins Verderben gerannt war und in den letzten zehn Mi­nuten drei Gegentore kassiert hatte, hinterliess Spuren. «So etwas durfte ganz einfach nicht mehr passieren», erklärte Stahel die nüchtern-realistische Leistung vom Mittwoch. Auch Präsident Ancillo Canepa sah Positives gegen ein Real Madrid, wo Cristiano Ronaldo mehr verdiene als seine ganze FCZ-Mannschaft: «Immerhin haben wir uns nicht blamiert.» Den Zürchern bleibt noch das letzte Gruppenspiel gegen die AC Milan am 8. Dezember, um sich anständig aus der Königsklasse zu verabschieden.

Sportlich wichtiger sind aber die beiden letzten Meisterschaftsspiele in diesem Jahr: Am Sonntag steigt das «Kellerduell» des Tabellen­achten gegen Schlusslicht ­Aarau, sechs Tage später das Derby gegen GC. «Es ist klar, dass wir sechs Punkte wollen», stellt Stahel klar. «Und dann wollen wir im Frühling nochmals Gas ­geben», pflichtet Xavier Margairaz bei.

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