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Gradliniger, stabiler, bissigerDer neue SCB siegt beim Kogler-Debüt gegen den EVZ

Der SC Bern überrascht bei der Premiere von Mario Kogler an der Bande mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung in Zug.

von
Marcel Allemann
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Bern verteidigte gegen Zug erfolgreicher und gewann 2:1.

Bern verteidigte gegen Zug erfolgreicher und gewann 2:1.

Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)
Das entscheidende Tor fiel in der fünften Minute der Verlängerung.

Das entscheidende Tor fiel in der fünften Minute der Verlängerung.

Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)
SCB-Coach Mario Kogler holte damit in seinem ersten Spiel gleich Punkte.

SCB-Coach Mario Kogler holte damit in seinem ersten Spiel gleich Punkte.

Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)

Darum gehts

  • Bern besiegt Zug in der Verlängerung.

  • Ted Brithén erzielte das entscheidende 2:1.

  • Das erste Spiel vom neuen SCB-Coach Mario Kogler endet damit siegreich.

Für beide Teams war es ein Neustart nach Quarantäne-Absenz. Für Bern war es die erste, für Zug schon die zweite. Die Mutzen hatten dadurch eine spielfreie Phase von 15 Tagen hinter sich, die Zentralschweizer gar von 18 Tagen.

Und Covid-19 hallte bei den Zugern auch in der Mannschaftsaufstellung nach. Mit Leonardo Genoni, Gregory Hofmann, Lino Martschini, Dario Simion und Jesse Zgraggen fehlte ein illustres Quintett, das offiziell als rekonvaleszent gemeldet wurde, aber vermutlich wegen Corona-Nachwehen nicht zur Verfügung stand. Stattdessen kamen beim EVZ die jungen Dario Allenspach (18) und Andreas Döpfner (21) zu ihrem ersten Aufgebot in der National League.

Andersson zurück und erstmals mit Sterchi

Beim SCB war es indes gleich ein doppelter Neustart, nachdem es Anfang Woche zum grossen Knall gekommen war, der beim Team in Ungnade gefallene Trainer Don Nachbaur das Handtuch warf und U-20-Coach Mario Kogler interimistisch übernommen hat.

Viel anspruchsvoller als mit einem Auswärtsspiel in Zug hätte die National-League-Premiere für den 33-jährigen Österreicher nicht ausfallen können. Aber der SCB wusste bei seinem ersten Auftritt zu gefallen, agierte gradliniger, strukturierter, stabiler und bissiger als in den letzten Wochen.

Kogler holte erwartungsgemäss Calle Andersson, der bei Nachbaur in Ungnade gefallen war, ins Team zurück. Erstmals überhaupt spielte zudem Simon Sterchi, da dem SCB im Sturm neben Thomas Rüfenacht auch Vincent Praplan fehlte. Und das hatte direkte Folgen. Zunächst liess sich der Sohn von SRF-Sportreporter Christoph Sterchi zwar eine unnötige Strafe zu Schulden kommen, doch als diese abgelaufen war und er aufs Eis zurückkehrte, enteilte der 26-Jährige mit dem Puck und markierte doch tatsächlich den Führungstreffer (17.). Es war zugleich das erste National-League-Tor von Sterchi.

Brithén mit dem Schuss ins Glück

Diese Führung war alles andere als gestohlen, der SCB war die bessere Mannschaft. Und dies änderte sich auch in der Folge nicht. Die besten Chancen hatte weiterhin die Mannschaft von Kogler, etwa durch Inti Pestoni, der in der 34. Minute am Pfosten scheiterte.

Und der EVZ? Der kam mit seiner ersatzgeschwächten Equipe lange überhaupt nicht auf Betriebstemperatur. Doch im Schlussdrittel begannen die Zuger dann doch noch aufs Gaspedal zu drücken und prompt liess der Ausgleich nicht lange auf sich warten. Jan Kovar traf via dem Schoner von Goalie Philipp Wüthrich zum fünften Mal in dieser Saison.

Der SCB fiel nach dem Ausgleich ein wenig in alte Fahrwasser zurück und wankte. Aber er fiel nicht, sondern rettete sich mit vereinten Kräften in die Verlängerung. Und in dieser stellte Ted Brithén mit einem platzierten Schuss den unerwarteten Sieg sicher.

Viel besser hätte die Premiere von Mario Kogler nicht ausfallen können. Viel Zeit, um sich über das Erfolgserlebnis zu freuen, bleibt aber nicht. Bereits am Freitagabend treffen der SCB und Zug erneut aufeinander, dieses Mal in Bern. Die Mutzen haben zwar Selbstvertrauen getankt, aber der EVZ dürfte geladen sein.

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5 Kommentare
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Dan Name bereits vergeben

04.12.2020, 13:32

Und dem jungen Wüthrich im Kasten... bravo!

Hene Bern

04.12.2020, 09:42

Nur ein kleines Strohfeuer. Der Patient SCB ist noch lange nicht gesund und auch nicht neu. Fortsetzung heute Abend in Bern.

K. Enner

04.12.2020, 09:12

Naja SCB überraschte ist wohl nicht ganz korrekt. Zug überraschte mit Abwesenden und war nicht top. SCB wie immer mit nur einem Tor und Glück in der Verlängerung. Ein Tor reicht nicht pro Spiel, da müssen Torschützen gesucht werden.