Film-Kritik: Der neue «Star Wars» ist eine Meisterleistung
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Film-KritikDer neue «Star Wars» ist eine Meisterleistung

Wie es ist, nach zehn Jahren endlich wieder durch die «Star Wars»-Galaxie zu fliegen, lesen Sie hier. Spoilerfrei, versteht sich.

von
Katinka Templeton

Der Trailer zu «Star Wars: Episode VII». (Quelle: Youtube)

Zehn Jahre ist es her, seit das letzte Lichtschwert im Kino für Recht und Ordnung in der Galaxie sorgte. Zehn lange Jahre ohne Jedi-Ritter, Raumschiffschlachten oder den Kampf zwischen der dunklen und der hellen Seite. Zwar geht mit «Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht» dieser Kampf nun endlich in die nächste Runde, einer bleibt aber immer noch verschollen: Regisseur George Lucas, dem wir die Geschichte der Jedi-Ritter überhaupt erst zu verdanken haben.

Man sucht also ab sofort seinen Platz im Kino, setzt die 3-D-Brille auf und fragt sich erst mal: Kann «Star Wars» ohne George Lucas eigentlich wirklich gut sein? Erste Zweifel kommen auf. Was, wenn Regisseur J.J. Abrams den ersten «Star Wars»-Film seit zehn Jahren komplett verhaut? Was, wenn die Geschichte total dämlich und das Erbe der vorangegangenen Episoden in den Dreck gezogen wird? Immerhin geht es in diesem Film darum, die Helden aus der Original-Trilogie mit dem Millenium Falcon wieder in die Schlacht gegen die dunkle Seite, diesmal in Form des Bösewichts Kylo Ren, zu schicken.

Es ist wie nach Hause zu kommen

Andererseits: Abrams hat auch die Fortsetzung der «Star Trek»-Reihe erfolgreich über die Bühne gebracht. Aber trotzdem, irgendwie traut man dem 49-Jährigen diese grosse Bürde, ein solches Imperium wie die «Star Wars»-Welt ins nächste Zeitalter zu tragen, nicht ganz zu. Wenn dann aber das altbekannte Filmlogo auf der Leinwand erscheint und der Prolog in gewohnter Art und Weise über den Sternenhimmel fliegt, macht man es sich doch ganz entspannt in seinem Sitz bequem und freut sich auf alles, was da kommen mag.

Und tatsächlich, alle Zweifel waren umsonst: Mit «Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht» hat J.J. Abrams nämlich eine wahre Meisterleistung abgeliefert. Der gesamte Film fühlt sich an wie ein alter Handschuh, den man vor ganz langer Zeit mal abgelegt und verloren hat. Jetzt, wo man ihn wiedergefunden hat und ihn überstreift, überkommt einen das Gefühl von absoluter Vollkommenheit. Falls Ihnen dieser Vergleich jetzt etwas gar schmalzig vorkommt: Warten Sie ab, bis Sie im Kino sitzen und zum ersten Mal Han Solo und Chewbacca erblicken. Dann wissen Sie was hier gemeint ist.

Daisy Ridley überzeugt

Während Harrison Ford immer noch der perfekte Han Solo ist, machen auch die neuen Gesichter ihre Sache ausgesprochen gut. Da ist zum einen der Droide BB-8, der in altbekannter Disney-Manier mit Charme und Herz sogar Wall-E Konkurrenz machen könnte. Und auch der Stormtrooper Finn alias John Boyega, der eine sehr emotionale Seite zeigt, die man von der Armee der dunklen Seite so noch nicht kennt, überzeugt.

Zuvorderst aber steht Hauptdarstellerin Daisy Ridley in ihrer Rolle als Rey. Die Macht ist mit der 23-Jährigen, die sich so über die Chance gefreut hat, ein Teil von «Star Wars» zu sein. Im Interview mit 20 Minuten machte sich Daisy noch Sorgen über ihre Performance: «Hoffentlich sind die Reaktionen gut.» Liebe Daisy, nachdem wir den Film nun gesehen haben, können wir mit Fug und Recht behaupten: Du machst Luke Skywalker alle Ehre.

«Star Wars Episode VII: Das Erwachen der Macht» läuft ab dieser Woche in Schweizer Kinos.

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