Kariem Hussein: Der Olympia-Fluch des Kariem Hussein
Publiziert

Kariem HusseinDer Olympia-Fluch des Kariem Hussein

Olympische Spiele und Kariem Hussein – das will (noch) nicht klappen. Er selbst sagt: «Ich hoffe, ich bekomme noch mehr Chancen.»

von
Marcel Allemann
Rio
1 / 6
Kariem Hussein bleibt in Rio chancenlos und scheidet bereits im Vorlauf aus.

Kariem Hussein bleibt in Rio chancenlos und scheidet bereits im Vorlauf aus.

Keystone/Laurent Gillieron
«Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, obwohl ich auf den ersten zehn Metern wegen meinem schmerzenden Fuss nicht richtig drücken konnte. Aber vielleicht hat mir nach dieser schwierigen Vorbereitung das nötige Selbstvertrauen gefehlt», sagte der Thurgauer nach dem Rennen.

«Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, obwohl ich auf den ersten zehn Metern wegen meinem schmerzenden Fuss nicht richtig drücken konnte. Aber vielleicht hat mir nach dieser schwierigen Vorbereitung das nötige Selbstvertrauen gefehlt», sagte der Thurgauer nach dem Rennen.

FreshFocus/Claude Diderich
Im Gegensatz zu vor vier Jahren, als er es überforciert habe, habe er dieses Mal nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, fügte der 27-Jährige noch an.

Im Gegensatz zu vor vier Jahren, als er es überforciert habe, habe er dieses Mal nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, fügte der 27-Jährige noch an.

Keystone/Laurent Gillieron

Der aktuell prominenteste Schweizer Leichtathlet, Kariem Hussein, ist in Rio bereits in den Vorläufen gescheitert. Mit seinen bescheidenen 49,80 war der Thurgauer hinsichtlich einer Halbfinal-Qualifikation über 400 m Hürden chancenlos.

Diese Leistung hinterliess primär bei ihm selbst Ratlosigkeit: «Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, obwohl ich auf den ersten zehn Metern wegen meinem schmerzenden Fuss nicht richtig drücken konnte. Aber vielleicht hat mir nach dieser schwierigen Vorbereitung das nötige Selbstvertrauen gefehlt.»

«Vor zehn Tagen war ich kurz davor, Ferien zu buchen»

Ende Mai hat sich Hussein den linken Fuss leicht übertreten. Die Folge war eine schmerzhafte Entzündung, die ihn bis Rio begleitete. Wegen seiner Probleme reiste der 27-Jährige erst am Freitag, drei Tage vor dem Wettkampf, aus der Schweiz an. Trotz der grossen Enttäuschung wollte der Europameister von 2014 in Zürich unmittelbar nach dem Rennen nicht alles schlecht reden: «Noch vor zehn Tagen habe ich es überhaupt nicht gesehen, dass ich hier überhaupt antreten kann, und ich war kurz davor, Ferien zu buchen. Nun war ich wenigstens hier und bin zumindest um eine Erfahrung reicher, auch wenn es natürlich schade ist, dass es nicht zu mehr gereicht hat.»

Olympische Spiele und Kariem Hussein, das ist weiterhin keine Liebesbeziehung. Vor vier Jahren in London musste er vor seinem Wettkampf verletzt Forfait erklären. Nun hatte er erneut mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und muss das bittere Vorrunden-Out verdauen. «Im Gegensatz zu vor vier Jahren, als ich es überforciert hatte, habe ich dieses Mal nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Aber man kann eben mal umknicken.» Seinen Traum von erfolgreichen Olympischen Spielen will der Schweizer indes noch lange nicht begraben: «Ich hoffe, ich bekomme noch eine Chance. So wie meine Planung aussieht und wenn es mir weiterhin Freude macht, vielleicht sogar noch zwei.»

Abbruch der Saison (noch) kein Thema

Hussein gestand, dass er an einer EM oder WM unter diesen Voraussetzungen womöglich nicht angetreten wäre, aber Olympische Spiele seien natürlich etwas anderes. Er habe sich jedoch keineswegs als chancenlos betrachtet: «In den letzten vier Tagen war ich zu 100 Prozent überzeugt, dass es funktioniert.»

Davon, nun die Saison abzubrechen und seinen lädierten Fuss auszukurieren, wollte Hussein unmittelbar nach seinem Vorlauf (noch) nichts wissen: «Ich muss mal sehen, wie die nächsten zwei, drei Tage verlaufen. Aber grundsätzlich habe ich ja das Gefühl, dass es dem Fuss immer besser geht.»

Deine Meinung