Der Oranje-Hype als Wahlkampf-Turbo
Aktualisiert

Der Oranje-Hype als Wahlkampf-Turbo

Wer sich als Holland-Fan outet, gewinnt im Wahljahr Sympathien: Dies hat nach Stapi Tschäppät auch CVP-Mann Reto Nause gemerkt.

von
Lorenz Hanselmann

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät hatte es vorgemacht: Im orangen ­Leibchen sicherte er sich die Sympathien der Holländer – und voraussichtlich auch viele Stimmen für die Wahlen im November. CVP-Mann Reto Nause zog nach und versuchte, mit orangem Federhut zu punkten.

Nun macht der Gemeinderatskandidat den Holländern erst recht den Hof: Er fordert von der Stadt Bern, Mass­nahmen zu ergreifen, damit die Oranjes wieder nach Bern kommen. Seine konkreten Vorschläge: ein Holland-Park mit original Euro-Rasen, ein jährliches Freundschaftsspiel mit einem grossen Oranjefest im Stade de Suis­se oder eine Städtepartnerschaft. Dass er nur auf den orangen Zug aufgesprungen ist, damit die Berner im Herbst seinen Namen auf den Wahlzettel schreiben, weist Nause zurück. «Es geht mir nicht um mich, sondern um die Zukunft der Stadt.»

Trotzdem: «Wenn sich ein Politiker als Fan zeigt, wird er sicher nicht unbeliebter», so der Politologe Andreas Ladner. «Ob eine solche Aktion

effektiv etwas nützt, wurde allerdings nie berechnet.»

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