Aktualisiert 27.03.2013 18:37

Die Sonne lockt

Der Oster-Stau wird lang und kalt

Die einzige Hoffnung auf Sonne liegt im Tessin - dort solls zumindest ein bisschen frühlingshaft werden. Wer aber jetzt in den Süden reist, muss mit einer kalten Nacht im Stau rechnen.

von
dwi

Immerhin: Zweistellige Temperaturen und etwas Sonne - das erwartet, wer an Ostern ins Tessin reist. Gemäss Klaus Marquart von Meteonews ist das Wetter in der Sonnenstube der Schweiz zwar wechselhaft, aber mehrheitlich trocken. «Gegen Sonntag steigen die Temperaturen sogar auf 15 Grad», sagt er. Dann sei das Tessin eine echte Alternative zur Nordschweiz.

Dort bleibt es nämlich über die ganzen Ostertage wechselhaft und kühl. «In der Nacht auf Freitag schneit es bis auf 600 Meter», prognostiziert Marquart. Liegen bleibe der Schnee aber nicht, dazu sei es tagsüber zu mild. Mit mehr als 4 Grad darf jedoch über die ganzen Ostertage nicht gerechnet werden. «Das Wetter am Wochenende ist geprägt von einem Tiefdruckgebiet», sagt Marquart. «Der Frühling tut sich wirklich schwer.»

Proviant, warme Kleider, Spiele

Die Hoffnungen liegen auf dem Süden - Wetter hin oder her. Das sagt zumindest Fernando Brunner, Präsident von Hotelleriesuisse Tessin. «Das Wetter spielt nicht so eine Rolle.» Auch bei schlechtem Wetter werden die Hotelbetriebe über Ostern zu 90 Prozent ausgelastet sei, so Brunner. «Die Aussicht auf höhere Temperaturen und Sonne wird viele Kurzentschlossene ins Tessin locken», mutmasst Jessica Ladanie von Viasuisse. Und damit den traditionellen Oster-Stau auslösen. «Ab morgen Mittag wird der Verkehr auf der Nord-Süd-Achse überlastet sein», sagt Ladanie.

Bis in die Abendstunden wird sich dann auf dem Weg ins Tessin Stossstange an Stossstange reihen. «Viele machen am Donnerstagmittag Feierabend und fahren dann los. Gut möglich, dass die Reisenden die ganze Nacht im Stau stecken», so Ladanie. Auch der Karfreitagmorgen sei erfahrungsgemäss ein Höhepunkt des Oster-Staus. Das zeigen die Zahlen von letztem Jahr: 2012 wurde eine Höchststaulänge von zehn Kilometer gemessen, einmal am Gründonnerstag um 20 Uhr und ein zweites Mal am Freitagmorgen um 9 Uhr.

Ladanie empfiehlt deshalb, sich nicht genau in diesen Stauzeiten in den Süden zu bewegen oder Alternativrouten zu wählen. «Je nach Abfahrtsort kann man auf die A13 über den San Bernardino ausweichen.» Wenn man dann trotzdem in die Blechschlange gerate, soll man Spiele für die Kinder, genug Proviant und warme Kleider mitnehmen. «Man weiss ja nie, wie lange man noch im Auto sitzt», so Ladanie.

19'000 zusätzliche SBB-Sitzplätze

Wer keine Lust auf Stau hat, wird wohl mit den öffentlichen Verkehrsmittel an die Sonne reisen. Die SBB erwarten wie jedes Jahr einen Ansturm auf die Züge. Und bereiten sich entsprechend darauf vor: «Wir setzen neun Zusatzzüge ein, die ins Tessin, ins Wallis und ab Graubünden fahren», sagt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer.

Ausserdem werden zahlreiche Züge mit zusätzlichen Wagen verstärkt. «Insgesamt stellen wir so 19'000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung», so die SBB-Sprecherin. Meyer empfiehlt allen Reisenden, sich über die Fahrpläne der einzelnen Zusatzzüge zu informieren und besonders im internationalen Verkehr einen Sitzplatz zu reservieren.

Mit dem Auto an Ostern in den Süden fahren – notwendiges Übel oder totaler Schwachsinn? Diskutieren Sie mit.

TCS-Tipps

· Je nach Möglichkeit soll eine Alternativroute gewählt werden. Zum Beispiel die Route über den San Bernardino, der Autoverlad Kandersteg-Goppenstein und die Fahrt über den Simplon-Pass.

· Es muss nicht immer der Süden sein: Sehenswürdigkeiten, Freizeitaktivitäten und Museen gibts auch im Flachland.

· Zug und Schiff sind alternative Verkehrsmittel. Auch dort ist aber mit einem Andrang zu rechnen.

· Wer mit dem Auto in die Berge verreist, soll dies nur mit Winterreifen tun. Die Umstellung auf Sommerreifen wäre noch zu früh.

· Die aktuellen Verkehrsprognosen und eine Auflistung der stauintensivsten Strecken sind unter diesem Link aufrufbar.

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