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SextourismusDer Pädophile kommt mit dem Billig-Jet

Die Billigfluglinien tragen eine Mitschuld an der Zunahme von Sextourismus und Kindsmissbrauch. Dies behauptet die europäische Polizeibehörde Europol. Nach Schätzungen sind weltweit mehrere Millionen Kinder betroffen.

«Die Reduzierung der Flugticketpreise und zugleich die strengere Gesetzgebung in den westlichen Ländern tragen zur wachsenden Zahl von Sextouristen bei», sagte der Chef der europäischen Polizeibehörde (Europol), Max-Peter Ratzel. Diese könnten selbst ferne Ziele billig erreichen, «um schliesslich Kinder sexuell zu missbrauchen». Nach Schätzungen werden weltweit mehrere Millionen Kinder kommerziell sexuell missbraucht.

Ratzel sprach von einem ernsten Problem, «das seit langem unter der Beobachtung Europols steht». Vor allem Länder mit ärmlichen wirtschaftlichen Bedingungen eines Grossteils der Bevölkerung seien bevorzugte Ziele. Zunehmend gehöre dazu auch Kambodscha. «Dort bezahlen Sextouristen lokale Zuhälter, um so Kontakt zu Minderjährigen zu erhalten, die sie sexuell missbrauchen», sagte Ratzel. In manchen Fällen seien Familien so arm, «dass sie die eigenen Kinder den Sextouristen als Missbrauchsopfer anbieten».

Auch die Kinderschutzorganisation Terre des Hommes beobachtet neben den «klassischen» Zielen Thailand und Sri Lanka eine ­Entwicklung hin nach Kambodscha, Vietnam und Laos.

AP

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