Aktualisiert

VatikanDer Papst erteilt den Ostersegen

Franziskus verurteilt das tägliche Blutvergiessen in der Welt als Schande für die Menschheit. Und er wählt für die Fusswaschung ehemalige Mafiosi aus.

von
oli

Ostersegen: Papst Franziskus hat zur Eindämmung der Konflikte und zu einem Ende des weltweiten Waffenhandels aufgerufen. Video: Tamedia/AFP

Papst Franziskus hat am Sonntag vom Balkon des Petersdoms aus den traditionellen Ostersegen «Urbi et Orbi» («Der Stadt und dem Erdkreis») erteilt. Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom. Zuvor hatte der Papst die Ostermesse gefeiert.

1 / 7
Erteilte den Ostersegen «Urbi et Orbi»: Papst Franziskus am 16. April 2017 in Rom.

Erteilte den Ostersegen «Urbi et Orbi»: Papst Franziskus am 16. April 2017 in Rom.

AFP/Filippo Monteforte
Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie. (16. April 2017)

Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie. (16. April 2017)

kein Anbieter/AP Photo/Gregorio Borgia
Die Gläubigen mussten sich einer Sicherheitskontrolle unterziehen. (16. April 2017)

Die Gläubigen mussten sich einer Sicherheitskontrolle unterziehen. (16. April 2017)

kein Anbieter/AP Photo/Claudio Peri

Die Zeremonie zum Ostersegen wurde live in zahlreiche Länder übertragen. Franziskus rief zum Frieden in Syrien auf, wo der Krieg nicht aufhöre, «Tod und Schrecken» zu verbreiten. Er bat unter anderem für diejenigen um Gottes Hilfe, die sich für die leidende Zivilbevölkerung in Syrien einsetzten.

Gläubige müssen sich Kontrolle unterziehen

Nach den Anschlägen auf koptische Christen in Ägypten vor einer Woche wurde die Zeremonie auf dem Petersplatz von einem massiven Polizeiaufgebot gesichert. Die Gläubigen mussten sich strengen Kontrollen unterziehen. An allen Eingängen waren Sicherheitsschleusen wie am Flughafen aufgestellt.

Der Papst hatte die Osterfeierlichkeiten am Gründonnerstag mit der traditionellen Fusswaschung begonnen. Dafür hatte Franziskus in diesem Jahr inhaftierte ehemalige Mafiosi ausgewählt, die in einem Gefängnis der Kleinstadt Paliano südöstlich von Rom einsitzen.

Eine Schande für die Menscheheit

In seinem Karfreitagsgebet verurteilte der Papst das tägliche Blutvergiessen in der Welt als Schande für die Menschheit. Er ging dabei besonders auf das Leid von Flüchtlingen, verfolgten Christen und Opfern von Rassismus ein. «Schande für all diese Bilder der Verwüstung, der Zerstörung und des Ertrinkens, die in unserem Leben normal geworden sind», sagte der Papst nach der traditionellen Kreuzweg-Zeremonie am Kolosseum in Rom.

Am Sonntag vergangener Woche waren bei Anschlägen auf zwei koptische Kirchen in Ägypten 45 Menschen getötet worden, zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Papst besucht am 28. und 29. April Ägypten. (oli/afp)

Deine Meinung