Aktualisiert 05.09.2006 07:12

«Der Papst ist ein Massenmörder»

Mit «Hermes Baby» legt der Universalkünstler Dieter Meier (61) sein erstes Buch vor. Kurze Texte aus zwei Jahrzehnten, Essays und Betrachtungen bieten dem Leser ein literarisches Feuerwerk. Am Donnerstag ab 20 Uhr, liest Meier aus seinem Titel im Kaufleuten.

Herr Meier, Sie sind ein vielbeschäftigter Mann. Warum schrieben Sie ein Buch? Ist ihnen langweilig geworden?

Dieter Meier: Nein, im Gegenteil. Ich hatte schon immer eine Vorliebe für das Schreiben und zugleich aber auch Angst davor. Es war für mich vergleichbar wie, wenn ein Bergsteiger alleine die Eigernordwand erklimmen möchte. Die Ambivalenz zwischen Zweifel, Angst und Liebe ergab, dass ich fast nur schreiben konnte, wenn ich unter Druck war.

Unter welchem Druck entstanden die Texte?

Meier: Im Verlauf der letzten Jahre hatte ich das Glück, dass mich öfters -jemand anging, ich solle doch zu dem oder das etwas schreiben. In meinem Buch sind etwa zwei Drittel Essays, zu denen ich einen Abgabetermin einhalten musste. Hätte ich diesen nicht gehabt, so wären wohl die meisten Texte nicht zu Papier gekommen.

Wann entstand dann die Idee, ihre Texte in Buchform zu veröffentlichen?

Meier: Vater des Gedankens war der Verleger Egon Ammann. Er kannte einige Texte und schlug mir auf der Buchmesse in Warschau vor, wir sollten mein Werk in einem Buch veröffentlichen.

Warum nehmen sie in «Hermes Baby» die katholische Kirche auf die Schippe?

Meier: Der Papst, der eine hohe ehtische Instanz sein sollte und der gerade in den armen Ländern Gehör findet, betreibt mit seinem total veralteten Moralkodex sowie der Ignoranz und Lügerei gegenüber Aids und dem Kondomgebrauch, geplanten und gezielten Massenmord. Für mich ist Ratzinger ein Massenmörder in der Dimension von Stalin oder Hitler.

Ralph Hennecke

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