Aktualisiert 06.11.2015 07:12

Marc Janko

«Der Penalty war der Dosenöffner»

«Die Antwort war überzeugend», sagt Trainer Urs Fischer nach dem 2:0 bei Belenenses, dem ersten FCB-Vollerfolg auf portugiesischem Boden überhaupt.

von
Eva Tedesco, Lissabon

Marc Jankos Penalty war der wichtige «Dosenöffner. (Video: 20 Minuten)

Von Rache wollte Urs Fischer schon im Vorfeld nicht sprechen. «Das ist mir zu negativ», so der FCB-Trainer. Deshalb einigte man sich auf das Wort Revanche – und die ist Rotblau in allen Belangen geglückt: Der FCB revanchierte sich bei Belenenses mit einem ungefährdeten 2:0 für die unnötige Heimpleite (1:2) am 22. Oktober und führt die Tabelle in der Gruppe I mit drei Punkten Vorsprung auf Paulo Sousas Fiorentina an. Zudem hat der FCB etwas für die Statistik gemacht. Er gewann nach drei Remis und drei Niederlagen erstmals in der Clubgeschichte auf portugiesischem Boden.

Das Spiel kann man unter dem Motto «Aus Schaden wird man klug» - oder so ähnlich - einordnen. Der FCB vermied die Fehler aus der ersten Begegnung in Basel, trat konzentriert auf und das über 90 Minuten. «Wir haben Belenenses zwei Weitschüsse zugestanden, haben über 90 Minuten den Druck aufrecht erhalten und die Räume gut zugestellt. Man sammelt ja immer Erfahrungen und meist dann, wenn man etwas nicht so gut macht», sagt Fischer. «Das ist natürlich nicht schön, weil wir uns das im Heimspiel anders vorgestellt hatten, aber entscheidend ist dann, wie die Antwort ausfällt – und die war mehr als überzeugend.»

Ein Routinier und ein junger Kollege

Dennoch plätscherte das Spiel der Revanche zu Beginn dahin. Ähnlich träge, wie das Kreuzfahrtschiff, welches am Estadio do Restelo in Richtung Atlantik vorbeischipperte. Bis Marc Janko mit seinem Führungstreffer die Richtung vorgab. «Das war sicher das, was man auch Dosenöffner nennt», sagt der Torschütze zum 1:0, «und wichtig für den Spielverlauf.» Janko verwandelte Sekunden vor der Pause einen Elfmeter, den Breel Embolo herausgeholt hatte. «Das war super gemacht von Breel, der das Foul provoziert hat und darum war das auch sein Tor», so der Routinier über seinen blutjungen Kollegen im Sturm.

Der 18-jährige Nationalspieler war es dann auch, der mit seinem Tor zum 2:0 den Deckel draufmachte. Ein Assist und ein Tor. Für die Zuschauer und anwesenden Medienvertreter war klar: Der Matchwinner heisst Breel Embolo. Aber wie gross war sein Anteil am Sieg aus seiner Sicht? «Genau so gross, wie der von den anderen auch. Marc macht den Penalty souverän, der nicht einfach war und alle haben umgesetzt, was der Trainer von uns verlangt hat», sagt Embolo später vor dem Stadion.

Mehr bei der Sache

Der Österreicher, der den jungen Stürmer wie einst Streller unter seine Fittiche genommen hat, verteidigte Embolo auch im Spiel, bis er Gelb sah. Nach einem Foul trat Tiago Silva den Ball weg und traf Embolo an der Brust. Janko ärgerte sich und beschwerte sich über das «ganz schmutzige Foul» lautstark beim Schiedsrichter - und sah wie gesagt die gelbe Karte dafür.

«Wir haben die taktischen Vorgaben des Trainers um einiges besser umgesetzt und den Portugiesen praktisch keine Chance zugestanden», übernimmt wieder der erfahrene Stürmer das Reden. Janko weiter: «Alle waren fokussiert, mehr bei der Sache und dann schaut so ein Ergebnis bei raus.» Aus Schaden wird man klug, aber war die Niederlage vor zwei Wochen wirklich nötig? Janko: «Absolut nicht und deshalb haben wir uns auch dementsprechend geärgert und sind in Lissabon ganz anders aufgetreten.»

Showdown um den Gruppensieg

Der Schweizer Meister gab sich keine Blösse, auch wenn die Stimmung im malerisch gelegenen Estadio do Restelo mit knapp 4000 Zuschauern an die Lausanner Pontaise erinnerte – das ist Europa League und der Preis, den der FCB in dieser Saison für das Verpassen der Königsklasse wohl bezahlen muss. Aber in dieser ist der FCB mit nunmehr drei Punkten Vorsprung auf Paulo Sousas Fiorentina an der Tabellenspitze in der Gruppe I und auf sehr gutem Weg, europäisch zu überwintern.

Am 26. November kommt es im Joggeli zum Spitzenkampf. Mit einem Heimsieg oder einem Remis gegen die Viola wäre der FCB definitiv durch. Und auch bei einer Niederlage gegen Florenz, wenn es im anderen Spiel zwischen Lech Posen und Belenenses zur Punkteteilung kommt.

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