Aktualisiert 17.01.2019 15:42

Beromünster LU«Der Pilot im Unglücksheli reagierte professionell»

In Beromünster ging kurz nach dem Start eines Helikopters der Motor aus. Der Pilot legte eine Notlandung hin, dank der niemand verletzt wurde.

von
Daniela Gigor
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Nach der Gleitlandung blieb der Helikopter mit einer Kufe im Boden stecken und kippte.

Nach der Gleitlandung blieb der Helikopter mit einer Kufe im Boden stecken und kippte.

Luzerner Polizei
Die drei Passagiere an Bord wurden bei der Bruchlandung nicht verletzt.

Die drei Passagiere an Bord wurden bei der Bruchlandung nicht verletzt.

Luzerner Polizei

Der Pilot hob am Mittwoch kurz vor 11.30 Uhr mit dem Helikopter des Typs Robinson R44 Raven vom Flugplatz Beromünster ab. Augenzeuge Niklaus Wächter sagt: «Er flog in seine Abflugroute und verschwand hinter dem Wald. Kurze Zeit später kam er wieder mein Blickfeld. Mir fiel auf, dass er tief in Richtung Flugplatz flog.» Dann ging Wächter in den Hangar zurück. Was er darum nicht sah: Kurz darauf versagte der Motor des Helikopters seinen Dienst und ging aus. Der Pilot leitete daraufhin sofort eine sogenannte Autorotation ein, bei der der Pilot versucht, mit Hilfe des nur vom Wind gedrehten Rotors zu landen. Dabei geht er in einen steilen Sinkflug – und muss den Heli kurz vor der Bodenberührung in die Horizontale bringen. Dafür ist allerdings eine gewisse Flughöhe nötig.

Geplant war ein Rundflug mit drei Passagieren

Plötzlich hörte Wächter, der selber einen Motorsegler fliegt, ein metallisch klingendes Aufprallgeräusch. Dann sah er den Helikopter in der Wiese liegen. «Der Helikopter hatte sich beim Aufprall horizontal um 180 Grad gedreht und die Trümmerteile lagen bis zur Grenze der Segelflugpiste herum», erzählt er. Beim Aufprall sei der Heckrotor inklusive Träger vom Helikopter abgebrochen.

Bei der Gleitlandung blieb der Helikopter mit einer Kufe im weichen Boden stecken und kippte. Glücklicherweise konnten die drei Passagiere und der Pilot den Helikopter aus eigener Kraft unverletzt verlassen. Wächter: «Der Pilot reagierte professionell und informierte sofort die für Flugunfälle zuständige Rega sowie auch den Besitzer der betroffenen Airport Helicopter.» Laut deren Inhaber Hans Rudolf Müller habe der betroffene Pilot den Helikopter für einen Rundflug mit drei Passagieren gemietet. Warum der Motor ausging weiss Müller derzeit noch nicht: Dies werde nun von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust untersucht.

Autorotationen werden ausführlich geübt

Müller lobt den Piloten: «Er hat die Autorotation fantastisch ausgeführt. Dies zeigt sich daran, dass es keine Verletzten gab.» Müller, der selbst Fluglehrer ist, erklärte, dass Flugschüler diese Autorotationen zu üben beginnen, sobald sie mit dem Helikopter einigermassen umgehen könnten. Mit vorgerücktem Können würden diese Aktionen bei jedem Lernflug geübt, die Autorotation sei auch Teil der Prüfung. Der Schaden, der durch die Bruchlandung entstanden ist, beträgt 700'000 Franken, wie die Luzerner Polizei am Donnerstag mitteilte.

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