Berlin: Der Pinkel-Rassist aus der S-Bahn ist gefasst
Aktualisiert

BerlinDer Pinkel-Rassist aus der S-Bahn ist gefasst

In der Berliner S-Bahn hat er auf eine ausländische Familie gepinkelt. Jetzt hat die Polizei den Rechtsextremen erwischt.

von
kmo

«Scheiss Asylantenpack», «Heil Hitler, ihr Juden» und «Wir sind die Herrenrasse und ihr keine Arier» – solche Parolen grölten zwei Neonazis gegen eine ausländische Familie in einer Berliner S-Bahn. Doch damit nicht genug: Zum Schluss pinkelte einer der beiden auf zwei Kinder.

Das geschah am 22. August. Zeugen alarmierten die Polizei, die die Täter noch am selben Tag erwischte. Die Beamten stellten laut «Bild» unter anderem fest, dass die Männer einen Atemalkoholwert von 2,31 und 1,79 Promille aufwiesen. Danach liess die Polizei die beiden laufen und leitete eine Ermittlung ein. Diese führte laut «Berliner Zeitung» zu Haftbefehlen wegen Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Beide Tatverdächtige sind mehrfach aktenkundig

Der mutmassliche Pinkler Christoph S. tauchte unter und war unauffindbar – bis ihn die Polizei am Dienstag erwischte und in Untersuchungshaft steckte. Der zweite Tatverdächtige, Robert S., war laut «Bild» Ende Oktober bei einer Bärgida-Demonstration in Berlin festgenommen worden. Da er einen festen Wohnsitz hat, befindet er sich auf freiem Fuss. Dagegen hat die Staatsanwaltschaft laut «Spiegel Online» Beschwerde eingelegt.

Der Thüringer Christoph S. ist der Polizei laut «Berliner Zeitung» seit 2012 bekannt, unter anderem wegen Körperverletzung, besonders schweren Falls von Diebstahl, Erschleichen von Leistungen und Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ausserdem wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen – ein Gesetz, das etwa nationalsozialistische Symbole und Gesten unter Strafe stellt.

Robert S. lebt mit seiner Mutter und seinem Bruder in Berlin. Auch er ist mehfach aktenkundig – unter anderem wegen Drogen, Bedrohung, Stalkings, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Diebstahls.

Ob man Christoph S. wegen Urinierens verurteilen kann, ist fraglich, da es keine Bilder oder Videos von der Tat gibt. Zudem fehlt von der Mutter und ihren Kindern weiterhin jede Spur. Sie war nach dem Vorfall schockiert und verängstigt weitergefahren.

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