Der Pleitegeier kreist über der Schweiz
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Der Pleitegeier kreist über der Schweiz

Noch nie gingen in den ersten vier Monaten eines Jahres mehr Leute Pleite. Seit Jahresbeginn mussten 2191 Personen Zahlungsunfähigkeit anmelden.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt sind das 4,7 Prozent mehr. Ginge das so weiter, müsste mit über 6500 Privatkonkursen gerechnet werden, teilt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform mit. Damit würden sogar die Werte der Rezessionsjahre 1992 bis 1996 deutlich übertroffen. Claude Federer von Creditreform geht davon aus, dass unter den Betroffenen vor allem Langzeitarbeitslose und Ausgesteuerte zu finden seien. Ausserdem räumt er mit einem Vorurteil auf. «Es sind nicht primär Jugendliche, die sich verschulden», sagt Federer. Besonders viele Verfahren seien über Personen aus der Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren eröffnet worden.

Firmen stehen besser da

Bei den Firmen hingegen schaut es besser aus. Im April wurden 3381 Firmen neu gegründet. Das sind 17,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und der höchste Wert seit Dezember 2005. Dieses Jahr gab es mit 12 813 Neueintragungen (+3,6 Prozent) einen neuen Rekord. Gleichzeitig verschwanden in den ersten vier Monaten so wenige Firmen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Zwischen Januar und April liegt damit das Nettowachstum bei 5787 Unternehmen (+27 Prozent). Gemäss Creditreform ist das Rekord. Solche Werte seien bisher erst im Juni erreicht worden. (scc/sda/Dajan Roman)

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