Aktualisiert 21.09.2013 11:04

Sexcomic harmlos?«Der Porno ist nur zwei Klicks entfernt»

Viele Leser verstehen die Aufregung um den Aufklärungs-Comic «Hotnights» nicht. Die Jugendlichen würden im Zeitalter des Internets ohnehin schon Schlimmeres gesehen haben.

von
hüt

SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi will verhindern, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Aufklärungs-Comic «Hotnights» mitfinanziert. Die darin dargestellten Szenen findet der Zürcher Politiker «öbszon», gewisse Ausdrücke «pervers». Der entsprechende Artikel von 20 Minuten löste eine rege Diskussion aus. Knapp 260 Leser verfassten einen Kommentar.

Einige von ihnen können die Haltung Bortoluzzis durchaus verstehen. So schreibt beispielsweise Leser Peter Hans: «Für ein solch ernsthaftes Thema derartig niveaulose Bilder einzusetzen, hat nichts mit guter Aufklärung zu tun.» Leser Paolo stört sich an einem Bild mit dem Untertitel «Oral oder anal?». Er schreibt: «Als 13-Jähriger wollte ich sicher nichts von Analsex hören. Ehrlich gesagt möchte ich dies auch heute, über 30 Jahre später nicht.» Ins selbe Horn stösst User michu: «Gegen den Wertezerfall! Die Gedanken 13-Jähriger muss man mit diesen Bildern nicht vergiften.»

«Aufklärung ist Sache der Eltern»

Leser Franz Bodenmüller kontert umgehend: «Wenn du wüsstest, was sich schon 10-Jährige auf dem Pausenhof für Filmli anschauen... Dagegen ist das Heftli ein Kirchenbote.» Auch User Chris_SG versteht die Aufregung um «Hotnights» nicht: «Heute, wo der Porno nur zwei Mausklicks entfernt ist, ist dieses Theater doch lachhaft.» Eine hitzige Diskussion entfachte darüber, wo Aufklärung stattfinden soll. So stört sich ein User, der sich Aufklärendes Elternteil nennt, daran, dass der Staat die Verantwortung dafür übernehme: «Aufklärung ist Sache der Eltern», schreibt er. Ein anderer Leser findet, dass man den Sinn klassischer Aufklärung im Zeitalter des Internets hinterfragen solle: «Die wirklich wichtigen Themen wie Verhütung und Krankheiten müssen angesprochen werden. Den Rest findet der oder die Jugendliche ganz von alleine raus.»

Doch einige Leser finden die Idee des Comics alles andere als schlecht. So lobt User Steff beispielsweise die Aufbereitung: «Aufklärung muss für die heutigen Jugendlichen angepasst sein. Daher finde ich diese Broschüre nicht schlecht, da gerade Events wie Openairs für viele Jugendliche den Zusammenhang von Theorie und Praxis darstellen.»

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