Der Präsident und die «Männerfresserin»
Aktualisiert

Der Präsident und die «Männerfresserin»

Nicolas Sarkozys neue Liaison mit Supermodel und Sängerin Carla Bruni sorgt weltweit für Schlagzeilen. Das Timing der Liebe und die Inszenierung der Idylle sind bemerkenswert. Bereits ist von Hochzeit die Rede.

Sarkozy habe um die Hand des früheren Topmodels angehalten, berichtete die Zeitung «La Stampa» aus Brunis Heimatstadt Turin. Die Zeitung vom Dienstag berief sich dabei auf «gut informierte Leute». Ein Freund der 38-Jährigen sagte, sie habe ihm die Beziehung zu dem Präsidenten bestätigt: «Es stimmt alles, wir sind seit einem Monat zusammen», habe Bruni gesagt.

Ob die Hochzeitsglocken nun tatsächlich schon bald läuten oder nicht, ganz Frankreich redet über die Liebe des Präsidenten. Das Elysée kommentiert die Nachricht zwar nicht offiziell, doch die Zeitungen sind sich in zwei Punkten einig: Mit Sarkozy hat die französische Politik eine People-Dimension bekommen, und der Präsident hat die Veröffentlichung seiner neuen Idylle mit perfektem Timing orchestriert. Kurz nach dem umstrittenen Besuch von Libyens Staatschef Gaddafi in Frankreich können sich die Medien mit einer neuen Story beschäftigen. «Diese Nachricht kommt wie ein Weihnachtsmärchen», schreibt zum Beispiel «Le Soir» in Belgien.

Sehr gut inszeniert

Die Zeitungen machen auch darauf aufmerksam, wie gut der Präsident sein Privatleben inszeniert hat. Während des Wahlkampfs hatte der Fall Cécilia zahlreiche Gerüchte erzeugt: Scheidung oder nicht? Wo ist die erste Dame Frankreichs? Mit Carla Bruni ist die Sache ganz anders. «Das Paar hat sich für den richtigen Moment entschieden», erklärt «L'Express». Es waren keine Paparazzi am Werk. Die Fotografen wurden informiert, und der Präsident macht auf den Bildern eine gute Figur.

Sexy First Lady

Zwei Fragen bleiben aber offen: Wie lange wird diese Beziehung dauern, und kann Carla Bruni wirklich eine First Lady werden? Carla Bruni hat einen Ruf als Männerfresserin (siehe Kasten). Und Cécilia Sarkozy mochte sich mit der zweitrangigen Rolle der First Lady nicht abfinden. Die Zeitung «Libération» kann sich schwer vorstellen, dass dies mit Carla Bruni anders wäre. Ausser man würde die Regeln und die Rolle der «Première dame de France» ganz ändern...

del/pbl, 20min.ch

«Das Promi-Luder»

Die Online-Ausgabe des deutschen Klatschhefts «Bunte» wählt deutliche Worte: «Das Promi-Luder von Paris» ist ein Artikel überschrieben, der Carla Brunis turbulentem Liebesleben gewidmet ist. Die Liste ihrer (angeblichen) Liebhaber ist lang, prominent und angereichert mit pikanten Details.

Bekannt sind Brunis Beziehungen mit den Schauspielern Vincent Perez und Charles Berling, dem Musiker Louis Bertignac (Produzent ihres ersten Albums) und dem Anwalt Arno Klarsfeld (Sohn der Nazijäger Serge und Beate Klarsfeld). Hinzu kommen aus der Gerüchteküche die Namen Mick Jagger, Eric Clapton, Donald Trump, Kevin Costner, Sean Connery und Richard Dean «MacGyver» Anderson. Auch der sozialistische Ex-Premier Laurent Fabius soll ihr Lover gewesen sein.

Richtig turbulent wurde es, als Carla Bruni mit dem Verleger Jean-Paul Enthoven verbandelt war. Sie verliebte sich in seinen Sohn Raphaël, zeugte mit ihm einen heute sechsjährigen Sohn und widmete ihm ein Chanson. Allerdings war Raphaël Enthoven damals verheiratet mit Justine Lévy, der Tochter des Glamour-Philosophen Bernard-Henri Lévy. Sie schrieb über die Affäre den Schlüsselroman «Rien de grave», in dem sie mit Carla Bruni abrechnete.

Fragt sich also, wer hier wen erobert hat. Und ob Nicolas Sarkozy bloss als weiterer Hirsch in Carla Brunis imposanter Trophäensammlung aufgenommen wird.

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