M13 wurde erlegt: Der Problembär lebt nicht mehr
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M13 wurde erlegtDer Problembär lebt nicht mehr

M13 wurde am Dienstagmorgen im Puschlav abgeschossen, wie die Bündner Behörden bestätigen. M13 ist schon der zweite Braunbär, der im Bündnerland abgeschossen werden musste.

von
jam

Seine Begegnung mit der 14-jährigen Emina dürfte dem Bären zum Verhängnis geworden sein. Nachdem Bär M13 aus dem Winterschlaf erwacht war, ist er dem Menschen wohl zu nahe gekommen. Am Dienstagmorgen haben Jäger den Bären im Puschlav erlegt, wie das Bundesamt für Umwelt BAFU mitteilt. Die Behörden hatten ihn als Sicherheitsrisiko eingestuft.

Der Bär hatte im Herbst und nun auch nach dem Winterschlaf seine Nahrung immer wieder in Siedlungen gesucht, war Menschen am Tag gefolgt und zeigte trotz wiederholter Vergrämungsaktionen überhaupt keine Scheu mehr. Damit wurde er zum Sicherheitsrisiko gemäss Konzept Bär Schweiz, welches für diesen Fall den Abschuss des Tieres vorsieht.

Begegnung mit Emina war wohl Todesurteil

Nachdem M13 am 9. Februar ein erstes Mal kurz aus seinem Winterschlaf aufgewacht war, hatte er sich zunächst wieder in sein Winterquartier zurückgezogen. Seit Montag, als der Problembär erneut unterwegs war, bereitete er den Behörden Bauchweh.

Auf seiner Streiftour durch das Dorf zeigte er immer weniger Scheu vor den Menschen. Dort erschreckte er dann auch die 14-jährige Emina, die vor lauter Aufregung in Ohnmacht fiel. Diese letzte Begegnung dürfte nun das Todesurteil für M13 gewesen sein.

Schon der zweite abgeschossene Bär im Bündnerland

M13 ist bereits der zweite aus Italien eingewanderte Braunbär, der von den Bündner Behörden erlegt werden musste, weil er zum Risiko für den Menschen geworden war. Das gleiche Schicksal ereilte Mitte April 2008 den ebenfalls aus Oberitalien eingwanderten Bären JJ3. JJ3 hatte den Winterschlaf in Graubünden verbracht und nach dem Erwachen zu oft Nahrung in bewohnten Gebieten gesucht.

Der aus Italien eingewanderte M13 war am Ostersamstag letzten Jahres erstmals auf Bündner Boden gesichtet worden. Das nunmehr dreijährige Männchen legte in Graubünden sowie im Länderdreieck Schweiz/Österreich/Italien grössere Strecken zurück und wurde einmal von einer Lokomotive der Rhätischen Bahn angefahren. Im Juli kreuzte der Bär erstmals im Puschlav auf, wo er unter anderem einem Schulhaus einen Besuch abstattete.

Zum Abschuss von M13 wollen das Bundesamt für Umwelt und Behördenvertreter des Kantons Graubünden heute um 14 Uhr an einer Medienkonferenz in Chur informieren. (jam/sda)

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