Der Nissan Qashqai bleibt ein unaufgeregter Alltagsbegleiter
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Neuer Nissan QashqaiDer Qashqai bleibt ein unaufgeregter Alltagsbegleiter

Nissan hat seinen Bestseller rundum komplett modernisiert. Technisch lässt die Revolution allerdings noch auf sich warten.

von
Nina Treml

Qua...? Nein. Qashk...? Wieder falsch. Qashqu...? Nochmal: Qashqai. 14 Jahre, nachdem das Modell erstmals auf den Markt kam, bedarf die korrekte Schreibweise noch immer mehrerer Anläufe. Warum sich Nissan überhaupt für diesen kuriosen Q-Namen entschied, der vom iranischen Nomadenvolk der Kaschgai inspiriert ist, bleibt ein Rätsel. Aber wahrscheinlich verhält es sich dabei ähnlich wie bei einem Onkel namens Korbinian oder einer Nichte, die Sunshine getauft wurde: Wenn man jemanden mag, ist der Name bald egal.

Den Qashqai mögen die Leute sogar sehr: Fünf Millionen verkaufte Einheiten, davon drei Millionen in Europa und 35'000 in der Schweiz machen ihn zum wichtigsten Modell der Marke. Und dies, nachdem anfänglich nicht nur der Name für Verwirrung sorgte, sondern auch die Mischung aus Kompaktwagen und geländescheuem SUV. 2007 traf diese jedoch einen Nerv: Zwei Generationen später muss sich der «Crossover-Pionier» gegen rund 30 Konkurrenten behaupten.

Keine Blösse

Entgegen des bizarren Namens präsentierte sich das Design bislang eher brav. Die dritte Generation hat jetzt Ecken und Kanten und wirkt mit den zweiteiligen Scheinwerfer, bei denen die Tagfahrleuchten der Motorhaube entlang aufwärtsstreben, deutlich moderner. Ein Längenzuwachs um 3,5 Zentimeter auf knapp 4,43 Meter sowie ein Plus an Radstand und Breite sorgen für spürbar mehr Platz im Innenraum. Auch das Kofferraumvolumen hat zugelegt, bleibt mit 436 Litern aber im Mittelfeld.

Keine Blösse gibt sich der Qashqai beim Bedienkonzept. Während Onkel Korbinian die übersichtlichen Digitalinstrumente und den Touchscreen zu schätzen weiss, plaudern Sunshine und Chanel mit Amazons Alexa oder Googles Assistant, freuen sich über den WiFi-Hotspot für bis zu sieben mobile Geräte und nutzen die App zur Steuerung und Überwachung des Fahrzeugs aus der Ferne. Auch an Assistenzsystemen mangelt es nicht. Annehmlichkeiten wie das grosse Headup-Display, die sensorgesteuerte Heckklappe oder belederte Massagesitze kosten allerdings extra.

Fünf Millionen verkaufte Einheiten machen den Qashqai zum wichtigsten Modell der Marke.

Fünf Millionen verkaufte Einheiten machen den Qashqai zum wichtigsten Modell der Marke.

Nissan
Die Digitalinstrumente sind übersichtlich, der zentrale Touchscreen ersetzt die analogen Tasten.

Die Digitalinstrumente sind übersichtlich, der zentrale Touchscreen ersetzt die analogen Tasten.

Nissan
Mit einem Kofferraumvolumen von 436 Litern bleibt der Crossover im Mittelfeld.

Mit einem Kofferraumvolumen von 436 Litern bleibt der Crossover im Mittelfeld.

Nissan

Im Motorenangebot steht derzeit nur ein 1,3-Liter-Turbobenziner mit 140 PS und Frontantrieb ab 28'500 Franken sowie mit 158 PS und optionalem Allradantrieb ab 39'750 Franken. Beide Motorisierungen setzen auf ein 12-Volt-Mildhybridsystem. Dass die stärkere Variante an eine CVT-Automatik gekoppelt ist, braucht nicht abzuschrecken: Keine Spur vom sogenannten Gummiband-Effekt, kein Motorjaulen. Ebenfalls der Topversion vorbehalten sind die teilautonomen Funktionen unter dem Begriff ProPilot.

Der Quantensprung bleibt also aus – der Qashqai bleibt jener zeitgemässe und unaufgeregte Alltagsbegleiter mit hoher Sitzposition, anständiger Qualitätsanmutung und durchdachter Ausrüstung, der er immer war. Doch da kommt noch mehr: 2022 will Nissan eine ungewöhnliche Hybridvariante lancieren, deren E-Motor die Räder antreibt und ihre Energie dafür von einem 3-Zylinder-Benziner erhält. Und schliesslich steht ja noch der Ary..., pardon Ariya in den Startlöchern: ein vollelektrischer Crossover, der bis zu 500 Kilometer weit stromern soll. Auch an dessen Namen werden wir uns bestimmt noch gewöhnen.

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