GC in der Ostschweiz: Der Rechenschieber bleibt in Zürich
Aktualisiert

GC in der OstschweizDer Rechenschieber bleibt in Zürich

GC hat mit dem Last-Minute-Sieg gegen Basel die Meisterschaft wieder spannend gemacht. Nun wollen die Hoppers die Titelchancen mit einem Sieg in St. Gallen wahren.

von
Eva Tedesco

GC-Verteidiger Michael Lang vor dem Spiel gegen den FC St. Gallen und über das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Basel um den Titel. (Video: 20 Minuten)

«Wir haben es leider nicht mehr in den eigenen Füssen», bedauert GC-Trainer Uli Forte die Ausgangslage für die letzten zwei Runden in der Meisterschaft. Das Wort Aufgeben gehört aber nicht zum Wortschatz des 39-Jährigen. Und deshalb fügt er im gleichen Atemzug an seinen vorgängigen Satz an: «Everything is possible. Alles ist möglich.» Deshalb gilt kein Taktieren mehr. Und auch den Rechenschieber braucht es nicht.

Im Falle eines GC-Sieges bleibt das Titelrennen offen, egal was der FCB in Bern macht. Auch, wenn beide Spitzenteams verlieren sollten. Deshalb ist die Marschrichtung für den GC-Trainer klar: «Wir spielen auf Sieg, müssen drei Punkte aus der Ostschweiz mitnehmen und müssen auf einen Ausrutscher des FCB hoffen».

Forte erwartet brandheisse Espen

Wie nervös der Konkurrent vom Rheinknie nach der zweiten Niederlage (nach dem Cupfinal) in die letzten beiden Runden startet, will Forte nicht beurteilen. «Ich habe natürlich den Radau, die Flüche der Basler und Auseinandersetzungen auch mitbekommen und die Bilder auf den Online-Portalen gesehen, aber ich sehe nicht in die Mannschaft hinein, um beurteilen zu können, ob die Basler Spieler nervös sind oder nicht. Wir müssen unseren Job machen. Es lohnt sich, jetzt noch einmal alles rauszuhauen.»

Die müden Knochen könnten seine Spieler danach in den Ferien auf Eis legen. Warnend erinnert Forte an das letzte Remis in der Ostschweiz (1:1), das mit «Ach und Krach» zustande gekommen sei. Die Situation der St. Galler vergleicht der Zürcher mit jener seiner Mannschaft. «Auch die Espen bestreiten eine Topsaison und können von keiner Enttäuschung sprechen, wenn es nicht reicht, das letzte Ziel zu erreichen. Ich habe auch schon andere Zeiten in St. Gallen erlebt. Die Espen sind brandheiss – vor allem zu Hause.»

Es gilt, Scarione aus dem Spiel zu nehmen

Stellvertretend hebt Forte Oscar Scarione aus dem Ostschweizer Kollektiv hervor. Der Argentinier (21 Tore) befindet sich in Topform und führt die Rangliste des besten Torschützen der Liga mit 7 Treffern vor Marco Streller (FCB, 14 Treffer) an. «Ich habe die eine oder andere Idee, wie wir Scarione aus dem Spiel nehmen», sagt Forte. Verraten hat er diese nicht. «Wir wissen, dass Scarione gefährlich ist. Wir werden dafür sorgen, dass er seine Stärken gegen uns nicht ausspielen kann», springt Michael Lang für seinen Trainer in die Bresche.

Ob der GC-Abwehrspieler selber dabei mithelfen kann, ist noch offen. Rückenprobleme haben Lang bereits gegen Basel zum Zuschauen gezwungen. Seither arbeitet er mit den Physios auf Hochtouren, um gegen St. Gallen dabei sein zu können. «Ich werde alles unternehmen, dass ich auflaufen kann. Und wenn ich bis Mitternacht auf dem Schragen liege», so der 22-jährige Verteidiger, der zwischen 2006 und 2011 noch das grün-weisse Dress getragen hat, ehe er zu GC gewechselt hat. Speziell ist die Begegnung für den St. Galler im GC-Dress sowieso. Durch das enge Titelrennen erhält für ihn die Partie zusätzlich Brisanz.

Forte verweigert Antwort

Über den Spielstand in Bern wird sich die Mannschaft nicht informieren lassen. Behauptet zumindest Lang. Und der Staff und sein Trainer? Wird sich Uli Forte über das Basler Resultat gegen YB auf dem Laufenden halten lassen? Forte: «Dazu sage ich nichts.»

Das Restprogramm

FC Basel:

29. Mai: YB (a)

1. Juni: St. Gallen (h)

GC: 29. Mai: St. Gallen (a)

GC: 29. Mai: St. Gallen (a)

1. Juni: Lausanne (h)

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